Eine Hummel sammelt auf einer Lavendelpflanze Pollen ein. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jens Büttner)

Grüne kritisieren Josts Insektenschutz-Pläne

  12.02.2021 | 12:05 Uhr

Die saarländischen Grünen haben die Pläne von Umweltminister Reinhold Jost, einen Sonderweg beim Insektenschutz im Saarland zu beschreiten, kritisiert. Generalsekretärin Barbara Meyer-Gluche erklärte, Jost wolle einen Minimalkompromiss noch weiter aufweichen. Ganz anders bewertet der BUND Saar das Vorgehen des Ministers.

Umweltminister Reinhold Jost (SPD) hatte am Mittwoch angekündigt, das vom Bundeskabinett beschlossene Insektenschutzgesetz entsprechend der landwirtschaftlichen Flächennutzung im Saarland anpassen zu wollen. Der Entwurf des Gesetzes sieht unter anderem vor, dass Biotope wie Streuobstwiesen und artenreiches Grünland für Insekten als Lebensräume erhalten bleiben sollen.

Meyer Gluche: Gesetz ist „Minimalkompromiss“

Das hätte nach Angaben Josts zur Folge, dass mehr als ein Drittel des gesamten Dauergrünlandes nur noch unter Auflagen bewirtschaftet werden dürfe. Das wolle man verhindern. Gegen den Gesetzentwurf hatte es in dieser Woche bundesweit Proteste sowohl von Landwirten als auch von Umweltschützern gegeben.

Die Generalsekretärin der Saar-Grünen, Barbara Meyer-Gluche, sieht in dem geplanten Bundesgesetz einen „Minimalkompromiss mit vielen Ausnahmen und Schlupflöchern“, den Jost auch noch aufweichen wolle. Damit konterkariere er alle Bemühungen der vergangenen Jahre. „Mit Symbolpolitik wie der Wildblumenwiese und dem Insektenhotel vor dem Umweltministerium werden sich unsere Insekten nicht retten lassen.“

Saarland soll Vorreiter werden

Aus Sicht Meyer-Gluches sind die Landwirtinnen und Landwirte im Saarland kaum von den neuen Vorgaben betroffen, da industrielle Landwirtschaft im Saarland nicht üblich sei. Das Land solle zum Vorreiter beim Thema Insektenschutz werden und betroffene Landwirte bei der Umstellung fördern.  

Der BUND Saar hingegen begrüßt das Vorgehen Josts. „Wir sehen darin keine Schwächung oder Aufweichung des Insektenschutzes“, so der Landesvorsitzende Christoph Hassel. Die vorgeschlagene Umsetzung sei der besonderen Situation im Saarland geschuldet.

Das Saarland, so Hassel, verfüge im Vergleich zu anderen Ländern über einen sehr hohen Anteil an artenreichen und wertvollen Grünlandflächen, ein Ergebnis der bisher eher extensiven Bewirtschaftung durch die Landwirte. Die Neuregelung der Bundesregierung sieht er daher als „Notbremse“ für die anderen Länder.

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