Ein Heizöllieferant hält die Zapfpistole eines Tanklasters in der Hand (Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)

Inflation im Saarland auf höchstem Stand seit 40 Jahren

  30.03.2022 | 10:51 Uhr

Die Inflationsrate ist im Saarland im März auf 6,5 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit 40 Jahren. Vor allem die Preise für Gas und Heizöl haben die Inflation stark angetrieben.

So hoch wie diesen Monat war die Inflation im Saarland seit gut 40 Jahren nicht mehr. Das Statistische Amt verzeichnete im März eine Inflationsrate von 6,5 Prozent. Zuletzt lag sie im Dezember 1981 vergleichbar hoch (6,7 Prozent).

Verantwortlich dafür sind vor allem die Energiepreise. Heizöl wurde binnen Jahresfrist um 147,4 Prozent teurer.

Vor allem Heizöl und Flüssiggas teurer

Besonders der Ukraine-Krieg und das Bedürfnis der Menschen, sich hier zu bevorraten, hätten hier zu Preissteigerungen geführt. Allein im Vergleich zum Februar stieg der Heizölpreis um 68,7 Prozent. Flüssiggas wurde im Jahresvergleich um 120,8 Prozent teurer, gegenüber Februar um 60,2 Prozent.

Moderater sieht es bei Energieträgern aus, bei denen keine Bevorratung möglich ist. Die Strompreise stiegen gegenüber dem März 2021 um durchschnittlich 11,4 Prozent. Erdgas (inkl. Umlage) verteuerte sich um 19,1 Prozent, Fernwärme um 39,4 Prozent. Holzpellets und Brennholz wurden 6,9 Prozent teurer.

Spritpreise treiben auch Verbraucherpreise an

Die Spritpreise an den Tankstellen haben einen dramatischen Anstieg hinter sich – 20,9 Prozent innerhalb von vier Wochen. Aktuell liegen sie um 42,2 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Rechnet man aus der gesamten Preisentwicklung den direkten Einfluss von Heizöl und Kraftstoffen heraus, bleibt immer noch ein Wert von 4,2 Prozent. Kritisch für die Inflation wird es ab 2,0 Prozent.

Das lässt nach Angaben des Statistischen Amtes darauf schließen, dass sich die gestiegenen Energiepreise auch auf viele Endverbraucherpreise bei anderen Waren und Dienstleistungen auswirken. Nahrungsmittel wurden 5,7 Prozent teurer, Hotels und Restaurants 6,4 Prozent.

Mieten stabil

Relativ stabil bleiben dagegen die Wohnungsmieten. Sie haben sich im Schnitt nur um 1,1 Prozent verteuert.

Der saarländische Verbraucherpreisindex, der auf dem Jahr 2015 (=100) basiert, liegt derzeit bei 113,9.

Hintergrund: Inflationsrate

Eine Inflationsrate von 2,0 Prozent bedeutet, dass ein Verbraucher zum Beispiel für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr 1000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder zwei Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser rechnerische Warenkorb beinhaltet fast alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 30.03.2022 berichtet.

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