In einem Labor werden Corona-Proben analysiert (Foto: Sebastian Knöbber)

Rasanter Anstieg der Coronazahlen ausgebremst

Thomas Braun   09.11.2020 | 19:23 Uhr

Die Dynamik bei der Ausbreitung des Coronavirus im Saarland hat sich in der vergangenen Woche deutlich abgeschwächt. Auch die Zahl der Neuinfektionen bei älteren Menschen ist nach vorläufigen Daten wieder gesunken.

Insgesamt 1731 Corona-Neuinfektionen meldeten die saarländischen Gesundheitsbehörden in der vergangenen Woche - und damit nur etwa zwei Prozent mehr als in den sieben Tagen zuvor. Im Vergleich zu dem rasanten Wachstum in den Wochen davor, als jeweils ein Plus von 50, 60 oder sogar 130 Prozent im Vergleich zur Vorwoche zu verzeichnen war, scheint die Dynamik deutlich ausgebremst.

Rissland: Erste Hinweise darauf, dass Maßnahmen greifen

Das bestätigte auch der Virologe Dr. Rissland in seinem wöchentlichen Corona-Update am Samstag bei SR 3 Saarlandwelle. "Wir sehen in unseren Modellierungen und Simulationen schon eine Abschwächung der Infektionsdynamik", so Rissland. Insofern gebe es erste Hinweise, dass die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung greifen. Wie es sich nun weiter entwickele, könne man aber noch nicht abschätzen. "Aber es ist schon eine Abschwächung da. Und das ist erst einmal ein positives Zeichen", sagte Rissland.

Erste Hinweise auf Abschwächung der Infektionsdynamik
Audio [SR 3, (c) SR, 07.11.2020, Länge: 03:14 Min.]
Erste Hinweise auf Abschwächung der Infektionsdynamik

In weiten Teilen Saarland gab es schon gut zwei Wochen vor dem Anfang November in Kraft getretenen bundesweiten Teil-Lockdown strengere Coronabeschränkungen. Insbesondere wurde in stark betroffenen Landkreisen die Teilnehmerzahl bei privaten Zusammenkünften auf maximal zehn Personen begrenzt, auch für öffentliche Veranstaltungen gab es deutlich engere Grenzen. Große Veranstaltungen und private Feiern mit zahlreichen Teilnehmern gelten als einer der Treiber der Pandemie.

Klarer Abwärtstrend im Kreis St. Wendel

Im Kreis St. Wendel, der Anfang Oktober als erster im Saarland den Grenzwert von 50 Neuinfektionen bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeführt hatte, gibt es beispielsweise bei den Zahlen mittlerweile einen klaren Trend nach unten. Mit zuletzt 136 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen wurde der niedrigste Wert seit rund dreieinhalb Wochen erreicht.

Marpingen - zeitweilig einer der Hotspots im Kreis und im gesamten Saarland - verzeichnete in den vergangenen anderthalb Wochen noch etwa 20 neue Fälle, Tendenz weiter sinkend.

Anteil älterer Infizierter sinkt wieder

Auch die Zahl der Neuinfektionen bei Menschen über 60 Jahren scheint in der vergangenen Woche wieder etwas zurückgegangen zu sein. Wie aus vorläufigen Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht, lag ihr Anteil in der vergangenen Woche bei 20 Prozent. In der vergangenen Woche waren es noch über 26 Prozent. Bislang liegen beim RKI zu etwa drei Viertel der neuen Coronafälle Altersangaben vor.

Ältere Menschen haben ein höheres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Ein wichtiges Ziel bei der Pandemiebekämpfung ist es, diese Risikogruppen vor einer Ansteckung zu schützen.

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