David Zimmer (Foto: SR Fernsehen)

Inexio-Gründer Zimmer wehrt sich gegen Ermittlungen

Thomas Gerber   25.10.2021 | 11:25 Uhr

Der Merziger Unternehmer David Zimmer wehrt sich gegen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München wegen Steuerhinterziehung. Zimmers Verteidiger Richard Beyer will dagegen Beschwerde einlegen – und kritisiert in einem Schreiben die zuständige Staatsanwaltschaft.

Es soll um Steuerhinterziehung in ganz großem Stil gehen – von einer halben Milliarde Euro ist die Rede. Bei gut 40 Multimillionären, darunter der Inexio-Gründer David Zimmer aus Merzig, wurden Ende September Hausdurchsuchungen durchgeführt.

In dem siebenseitigen Schreiben lässt Zimmers Verteidiger Richard Beyer kein gutes Haar an den Ermittlern. Von steuerrechtlichem Dilettantismus ist die Rede, sein Mandant habe dem zuständigen Finanzamt sämtliche Akten zur Verfügung gestellt, die aber hätten die Ermittler offenbar nicht gelesen.

Zimmer will sich mit „allen Mitteln" verteidigen

Die Behörden, so Beyers heftigster Vorwurf, hätten bewusst wahrheitswidrig agiert, um sich so einen Durchsuchungsbeschluss beim Amtsgericht zu erschleichen. Zimmer jedenfalls werde sich auf „allen Ebenen" und mit „allen Mitteln" verteidigen.

Er lasse sich seinen guten Ruf nicht von Personen lädieren, die ihrer Pflicht, die Sach- und Rechtslage zu prüfen, nicht nachgekommen seien.

Verteidiger sieht nichts Strafbares

Um wie viel Geld es bei der mutmaßlichen Steuerhinterziehung durch den Merziger Inexio-Gründer Zimmer geht, ließ sein Anwalt offen. Am Telefon sprach Beyer von einem niedrigen Millionenbetrag.

Den soll Zimmer mit Hilfe eines steuerlichen Optimierungsmodells hinterzogen haben. Dabei wurden Gewinne und Verluste gegeneinander aufgerechnet. Darin kann Beyer nichts Strafbares erkennen, die Münchner Staatsanwaltschaft allerdings ist anderer Ansicht.

Staatsanwaltschaft will sich nicht äußern

Die Staatsanwaltschaft München wollte sich zu den Ermittlungen gegen Zimmer nicht konkret äußern. Auf SR-Anfrage erklärte eine Sprecherin, dass ihr aufgrund des Steuergeheimnisses „weitgehend die Hände gebunden" seien.

Die Staatsanwaltschaft München „verwahre sich aber ausdrücklich gegen die Behauptung des Verteidigers", wonach sie sich durch wahrheitswidrige Angaben einen Durchsuchungsbeschluss erschlichen habe.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 25.10.2021 berichtet.

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