Eine Auszubildende in einem Industriebetrieb (Foto: picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa)

Umsätze der Saar-Industrie um ein Viertel eingebrochen

  12.08.2020 | 16:01 Uhr

Die Umsätze der saarländischen Industrie sind im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Viertel eingebrochen. Nur im Finanzkrisenjahr 2009 gab es laut Statistischem Amt ein noch schlechteres Halbjahresergebnis.

Mit 10,4 Milliarden Euro lag der Halbjahresumsatz im Verarbeitenden Gewerbe um 24,6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Dabei waren mit jeweils 5,2 Milliarden Euro das Auslandsgeschäft um 26 Prozent und der Inlandsabsatz um 23,1 Prozent eingebrochen. Nur im Finanzkrisenjahr 2009 gab es ein noch schlechteres Halbjahresergebnis. Damals fielen die Umsätze um 30,3 Prozent.

Die Corona-Pandemie verstärkte laut Statistischem Amt des Saarlandes vor allem zwischen April und Juni die bereits aufgekommene Konjunkturschwäche.

Metall- und KFZ-Branche leiden

Zu dramatischen Einbußen von teilweise mehr als 30 Prozent kam es bei den großen Branchen der Saar-Industrie: Die Betriebe der Metallerzeugung und Metallbearbeitung verbuchten Umsatzverluste von 31,3 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Maschinenbau wies mit 1,8 Milliarden Euro ein Minus von 34,6 Prozent aus.

Bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen führten der Transformationsprozess der Automobilindustrie insgesamt und die Nachfrageschwäche zu einem Rückgang um 30,3 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Die Hersteller von Metallerzeugnissen erwirtschafteten 757 Millionen Euro, was einem Minus von 14,3 Prozent entspricht. Die Betriebe der Gummi- und Kunststoffwarenproduktion erlitten Einbußen um 17,7 Prozent auf 424 Millionen Euro.

Hersteller von Nahrungsmitteln erfolgreich

Dagegen wiesen die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln im ersten Halbjahr eine deutliche Umsatzsteigerung aus. Mit 725 Millionen Euro lag das Plus bei 11,2 Prozent.

In den Monaten Januar bis Juni reduzierte sich das Arbeitsvolumen, insbesondere auch durch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit während der Corona-Pandemie, um 19,3 Prozent auf 48,4 Millionen geleistete Arbeitsstunden.

Wie das Statistische Amt mitteilt, zogen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni zwar um 2,7 Prozent gegenüber dem Vormonat an, sie blieben jedoch um 22,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für das erste Halbjahr lagen die Bestellungen um 25,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.08.2020 berichtet.

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