AstraZeneca-Impfstoff gegen COVID-19 (Foto: IMAGO / Agencia EFE)

AstraZeneca-Einsatz vorerst auf Eis

  31.03.2021 | 19:04 Uhr

Auch in den kommenden Tagen wird der Impfstoff von AstraZeneca im Saarland möglicherweise nicht zum Einsatz kommen. Gesundheitsministerin Bachmann will die Vergabe so lange stoppen, bis aus Berlin ein neues Aufklärungsschreiben für Patienten vorliegt.

Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, die wegen dem ständigen Auf und Ab natürlich auch verunsichert seien, gehe vor, sagte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Mittwoch im SR-Interview. Deshalb fänden vorerst keine Impfungen mit AstraZeneca statt.

Video [aktueller bericht, 31.03.2021, Länge: 3:50 Min.]
Impfung im Saarland unter neuem Bund- und Länderbeschluss

Impftermine sollen aber keine ausfallen. "Alle, die heute und die nächsten Tage einen Termin haben, werden so lange, bis ich von der Bundesebene einen neuen Aufklärungsbogen habe, in den Impfzentren mit Biontech geimpft", sagte Bachmann. In Lebach komme Moderna zum Einsatz.

AstraZeneca künftig für über 60-Jährige

"Alle Impftermine sollen eingehalten werden"
Audio [SR 3, Renate Wanninger / Monika Bachmann, 31.03.2021, Länge: 03:52 Min.]
"Alle Impftermine sollen eingehalten werden"

Bachmann betonte aber auch, dass der Impfstoff von AstraZeneca nicht ganz aus dem Verkehr gezogen sei. Er werde auch künftig eingesetzt - dann aber überwiegend nur bei Personen über 60 Jahren.

Außerdem hätten sich bereits etliche Personen gemeldet, die bereits ihre Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben und nun auch für die Zweitimpfung gerne diesen Impfstoff hätten. Auch das sei möglich. "Wenn man selbst sagt, ich will mit AstraZeneca geimpft werden, dann können wir das nicht verweigern", so Bachmann.

Die ersten Zweitimpfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca sind für Mitte April terminiert. Sie waren im neun Wochen Abstand zur Erstimpfung festgelegt worden, könnten also noch drei Wochen nach hinten verschoben werden. Bis dahin soll Klarheit herrschen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Dienstag nach einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, dass AstraZeneca künftig bis auf wenige Ausnahmen nur noch an Personen über 60 Jahre verimpft werden soll. Hintergrund dieses Beschlusses sind weitere Meldungen zu selten, aber schweren Nebenwirkungen, die fast überwiegend bei jüngeren Frauen aufgetreten waren.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA rät jedoch von Einschränkungen bei der Nutzung des Impfstoffs von AstraZeneca vorerst ab. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege, die eine Beschränkung der Vakzinverwendung in irgendeiner Bevölkerungsgruppe stützten, so die Behördenchefin Emer Cooke. Sie ging damit auf Distanz zur Stiko-Empfehlung.

Impfungen in Arztpraxen sollen wie geplant starten

An der grundsätzlichen Impfstrategie im Saarland soll sich durch den Bund-Länder-Beschluss nichts ändern. So würden etwa auch in den acht Modell-Hausarztpraxen die Impfungen unverändert fortgesetzt - jetzt aber mit Biontech.

Alle anderen Hausarztpraxen würden wie geplant am 1. April die Terminvergabe starten und dann um den 12 oder 13. April herum mit den Impfungen beginnen. "Und auch dort ist der Impfstoff Biontech dann in den Praxen vorrätig", sagte Bachmann.

Bachmann vertraut weiter auf AstraZeneca

Sie selbst würde sich übrigens auch weiterhin mit AstraZeneca impfen lassen. "Der Impfstoff ist zugelassen. Ich vertraue immer auf die medizinische Expertise", so Bachmann. Wenn ihr Hausarzt ihr das okay geben würde, "dann würde ich das machen."

Über dieses Thema berichtete SR 3 Saarlandwelle in der Region am Mittag am 31.03.2021.

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