Ein Schild mit der Aufschrift «Zur Anmeldung für die Covid-19 Impfung»  (Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd)

Impf-Priorisierung soll ab 7. Juni wegfallen

  17.05.2021 | 19:37 Uhr

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland soll ab dem 7. Juni keine festgelegte Reihenfolge mehr gelten. Für ihre Impfzentren können die Länder allerdings selbst entscheiden, ob sie die Priorisierung aufrecht erhalten. Wie das Saarland handelt, ist noch unklar - zumal eine Freigabe der Impfreihenfolge im Landtag umstritten ist.

In drei Wochen sollen sich alle Impfwilligen in Deutschland für eine Corona-Impfung anmelden können. Die bislang geltende Priorisierung bei den Impfungen soll ab dann entfallen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag nach Beratungen mit seinen Länderkollegen.

Fraktionen diskutieren über Wegfall der Impfpriorisierung
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 17.05.2021, Länge: 02:40 Min.]
Fraktionen diskutieren über Wegfall der Impfpriorisierung

Ob die Impfreihenfolge auch in den saarländischen Impfzentren aufgehoben wird, ist noch unklar. In dem am Montag gefassten Beschluss heißt es, dass die Länder die Absicht des Bundes zur Kenntnis nähmen, auch in den regionalen Impfzentren ab 7. Juni die Reihenfolge aufzuheben. Den Ländern sei es aber "unbenommen, die Priorisierung im Rahmen der ihnen zugewiesenen Impfstoffdosen aufrechtzuerhalten".

Bis 7. Juni seien bundesweit noch 15 Millionen Impfungen von Menschen mit erhöhtem Risiko vorgesehen, sagte Spahn. Das Saarland kann für diese und die kommenden beiden Wochen laut den aktuellen Lieferlisten noch mit 87.150 neuen Impfdosen von Biontech und Moderna rechnen. AstraZeneca wird nicht mehr an die saarländischen Impfzentren geliefert.

AstraZeneca und Johnson&Johnson bereits freigegeben

Der Impfstoff von AstraZeneca kommt im Saarland derzeit nur bei niedergelassenen Ärzten zum Einsatz. Er ist genauso wie das Präparat von Johnson&Johnson ohne Priorisierung freigegeben. Die Impfstoffe können aber in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen haben und sind daher in der Regel bei Menschen ab 60 Jahren vorgesehen. Bei Jüngeren sind vorher eine ärztliche Aufklärung und individuelle Risikoanalyse vorgeschrieben.

Impffreigabe bei Landtagsfraktionen umstritten

Unter den saarländischen Landtagsfraktionen ist die Impffreigabe teilweise umstritten. Während die CDU des grundsätzlich - im Geleitzug des Bundes - befürwortet, sehen vor allem SPD und Linke eine Freigabe kritisch.

Sie fordern vom Gesundheitsministerium konkrete Angaben zum Stand der Impfungen in den Priorisierungsgruppen. Erst wenn klar sei, dass alle Priorisierten auch die Chance auf eine Impfung gehabt hätten, könne freigegeben werden.

Drei Viertel der über 60-Jährigen im Saarland schon einmal geimpft

Im Saarland haben nach Angaben des Robert Koch-Institutes aktuell 74,3 Prozent der Personen über 60 Jahre bereits eine erste Impfung erhalten, 27,2 Prozent auch schon ihre zweite. Von den unter 60-Jährigen wurden erst 25,9 Prozent mindestens einmal geimpft.

Unklar ist die Quote bei Menschen, die etwa aufgrund ihrer Gesundheit oder ihres Berufes in einer der Priorisierungsgruppen waren.

Impfungen ziehen sich bis weit in den Sommer

Und selbst wenn auch im Saarland bald alle Vakzine freigegeben werden, heißt das noch nicht, dass dann auch genügend Impfstoff vorhanden ist, für alle, die geimpft werden wollen.

Deshalb bat Bundesgesundheitsminister Spahn am Montag auch weiter um Geduld. Die Impfungen würden wie angekündigt "bis weit in den Sommer hinein" fortgesetzt.

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