Symbolfoto: Ein Kind bekommt eine Impfung (Foto: imago images / Westend61)

Masern-Impfpflicht auf den Weg gebracht

  17.07.2019 | 16:35 Uhr

In Kitas, Schulen und bei der Kindertagespflege soll künftig ein Impfschutz gegen Masern verpflichtend sein. Das Kabinett beschloss am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf, der auch für alle gilt, die dort arbeiten - andernfalls droht ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro. Die saarländische Gesundheitsministerin Bachmann begrüßt den Beschluss.

Ein Jein zur Masern-Impfpflicht [26.03.2019]
In Deutschland häufen sich zurzeit die Masernausbrüche. Die Bundesregierung diskutiert deshalb über eine Verpflichtung zur Masern-Impfung. Die saarländische Landesregierung hat dazu bisher keine klare Position.

"Auch wenn es im Saarland derzeit keine akute Gefahrenlage aufgrund der Erkenntnisse zu Maserninfektionen und der sehr hohen Durchimpfquote gibt, begrüße ich den Beschluss des Bundeskabinetts zur Einführung einer Impfpflicht", sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Durch diese bundeseinheitliche Regelung werde über die Ländergrenzen hinweg Klarheit geschaffen.

Das Gesetz für die Masern-Impfpflicht soll im März 2020 in Kraft treten. Kinder, die bereits in Gemeinschaftseinrichtungen sind sowie das dort tätige Personal haben bis Ende Juli 2021 Zeit, den Nachweis über die vollständige Masern-Impfung zu erbringen. Nicht geimpfte Kinder können vom Besuch einer Kita ausgeschlossen werden. Eltern, die sich einer Impfung ihrer Kinder im Schulalter verweigern, müssen dem Gesetzentwurf zufolge mit Bußgeldern bis zu 2500 Euro rechnen.

Wolfram Henn, Humangenetiker an der Saar-Uni und Mitglied im Deutschen Ethikrat, beschreibt, wie das in der Praxis aussehen könnte: "Wir schlagen vor, dass zunächst zur Kitaaufnahme ein Impfstatus erhoben wird, um zu sehen, welche Kinder tatsächlich geimpft sind. In die Kitas kommen dann Ärzte von den Gesundheitsämtern und impfen vor Ort." Wer sich dem verweigere, den könnten die Kitas individuell ausschließen.

Ausnahmen von der Impfpflicht

Von der Pflicht ausgenommen sind Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Impfung vertragen und alle vor 1970 Geborenen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Masern noch durchgemacht und sind deshalb immun. Die Viruserkrankung kann von schweren Komplikationen begleitet werden, Spätfolgen mit sich bringen oder sogar zum Tod führen.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 17.07.2019 berichtet.

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