Der Biontech-Impfstoff wird für eine Impfung vorbereitet (Foto: picture alliance/dpa | Sven Hoppe)

Ab dem 7. Juni sollen Impftermine für Kinder möglich sein

  27.05.2021 | 19:31 Uhr

Nach Wegfall der Impfpriorisierung am 7. Juni sollen auch Kinder- und Jugendliche über 12 Jahren Impftermine bekommen können. Andererseits betonte die saarländische Gesundheitsministerin am Donnerstag erneut: Auch nach diesem Stichtag sollten priorisierte Menschen bei der Terminvergabe bevorzugt werden.

Für Eltern in Deutschland rückt die Entscheidung näher, ob sie ihre Kinder ab 12 Jahren gegen Corona impfen lassen. Voraussichtlich knapp 6,4 Millionen Impfdosen will der Bund den Ländern für die Impfung von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stellen. Das hat das Bundesgesundheitsministerium beim Impfgipfel am Donnerstag mitgeteilt.

SR-Reporterin Nelly Theobald zur Impfung von Kindern
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 27.05.2021, Länge: 03:32 Min.]
SR-Reporterin Nelly Theobald zur Impfung von Kindern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, jedem Deutschen solle bis Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden - dies schließe auch die 12- bis 15-Jährigen ein. Diese Altersgruppe könne sich mit Aufhebung der Impfpriorisierung ab dem 7. Juni dann ebenfalls um einen Impftermin bemühen.

Priorisierte weiter bevorzugen

Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach angekündigt, bis spätestens August solle allen Kindern und Jugendlichen im Saarland ein Impfangebot gemacht werden. Auf der anderen Seite betonte sie aber am Donnerstag: Wenn am 7. Juni die Priorisierung wegfiele, sollten immer noch die Menschen aus den Priorisierungsgruppen 1 bis 3 bei der Vergabe der Impftermine bevorzugt behandelt werden. Angesichts weiter knapper Impfstofflieferungen, stellt sich die Frage, ob sich beide Ziele am Ende miteinander vereinbaren lassen.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte nach dem Impfgipfel, im Zuge der Aufhebung der Priorisierung komme es jetzt darauf an, dass die zugesagten Impfdosen auch ankommen. "Die Impfungen sind der Schlüssel, um die Pandemie zu überwinden."

EMA berät am Freitag über Zulassung

Am Freitag will die europäische Arzneimittelbehörde EMA über eine Zulassung des Biontech-Impfstoffs für Kinder ab zwölf Jahren beraten.

Eine Einschätzung der Ständigen Impfkommission (STIKO) dürfte aber auch nach einer Zulassung noch etwas auf sich warten lassen. In anderthalb Wochen könnte sie Berichten zufolge ihre Bewertung möglicherweise abschließen. Einer generellen Empfehlung für eine Impfung stehe ein Mangel an Daten über mögliche Risiken von Infektionen und Impfungen entgegen, hatten STIKO-Mitglieder zuvor mehrfach betont. Eine Variante könnte möglicherweise eine Impfempfehlung nur für chronisch Kranke sein.

Impftermine für Kinder ab 7. Juni möglich
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 27.05.2021, Länge: 02:29 Min.]
Impftermine für Kinder ab 7. Juni möglich

Kinderärzte hatten sich in den vergangenen Wochen mehrfach kritisch zu generellen Corona-Impfungen für Kinder geäußert. Man müsse in jeden Fall eine Empfehlung der STIKO abwarten.

GEW: Kinder nicht zu Versuchskaninchen machen

Der Saarländische Lehrerverband sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Saarland begrüßen die Impfempfehlung, betonen aber, dass die Jugendlichen nicht zu Versuchskaninchen werden sollten. Die GEW-Vorsitzende Birgit Jenni sagte, es sei am wichtigsten, dass die Lehrkräfte und das pädagogische Personal geimpft seien und "wenn die STIKO den Impfstoff freigibt, bin ich für ein Impfangebot - aber nicht für eine Impfpflicht bei Kindern", so Jenni.

Bund und Länder sahen das bei dem Impfgipfel am Donnerstag ähnlich: Eine Impfpflicht - wie etwa bei der Masernimpfung - soll es nicht geben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 27.05.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja