Briefe werden in einen Briefkasten geworfen. (Foto: picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Immer weniger Briefkästen im Saarland

Linda Grotholt   17.11.2020 | 06:54 Uhr

Die Zahl der Postbriefkästen im Saarland ist innerhalb von zehn Jahren um mehr als 4,5 Prozent gesunken. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage des saarländischen Grünen-Bundestagsabgeordneten Markus Tressel hervor, die dem SR vorliegt. Am stärksten war der Rückgang im Landkreis Merzig-Wadern.

Zahl der Postbriefkästen im Saarland gesunken
Audio [SR 3, Linda Grotholt, 17.11.2020, Länge: 01:00 Min.]
Zahl der Postbriefkästen im Saarland gesunken

Innerhalb von zehn Jahren sank die Gesamtzahl der Postbriefkästen von 1253 auf 1196 – und damit prozentual gesehen fast doppelt so stark wie im Bundesschnitt. Am stärksten war der Rückgang im Landkreis Merzig-Wadern mit 7,65 Prozent. Gar keine Veränderung gab es hingegen im Landkreis St. Wendel.

Bundesweit ist der Rückgang prozentual gesehen zwar niedriger, aber doch deutlich erkennbar: Gab es 2010 noch gut 112.100 Postbriefkästen in Deutschland, sank die Zahl bis zum ersten Halbjahr 2020 auf gut 109.000. Ein Minus von knapp 2,7 Prozent.

Mehr unzufriedene Kunden

Eine weitere Erkenntnis: Die wachsende Unzufriedenheit der Menschen mit der Deutschen Post. Beschwerten sich im Jahr 2014 saarlandweit noch zehn Menschen über die Postdienstleistungen, waren es im ersten Halbjahr 2020 bereits 93 – fast so viele wie im gesamten Jahr 2019.

Bundesweit stieg die Zahl der Beschwerden von 1950 im Jahr 2014 auf mehr als 10.000 im ersten Halbjahr 2020. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel vermutet dahinter vor allem Beschwerden über eine fehlende Montagszustellung, dass die Post generell zu lange unterwegs ist, und auch die sinkende Zahl an Postkästen mit Nachmittagsleerung. "Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese Verringerung, dieses Eindampfen der Struktur durchaus bei vielen Leuten auch ein Beschwerdegrund ist", so Tressel. Es sei falsch, die Preise kontinuierlich anzuheben, den Service für die Kunden im Gegenzug aber zurückzufahren.

Landesregierung gefordert

Tressel fordert die Deutsche Post auf, ein verlässliches Angebot zu bieten, anstatt sich weiter zurückzuziehen. Um die ländlichen Räume attraktiv zu gestalten, müsse sich auch die Landesregierung dafür einsetzen, dass bestimmte Grundversorgungseinrichtungen wie etwa die Post vor Ort greifbar seien: "Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man auch auf mobile Lösungen zurückgreift, auch was die Abholung von Post angeht", so Tressel.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 17.11.2020 berichtet.

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