Eine Gebäudereinigerin wischt einen Flur.  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner)

Immer mehr Saarländer haben Nebenjobs

Karin Mayer / Onlinefassung: Anne Staut   26.05.2021 | 12:57 Uhr

Immer mehr Beschäftigte im Saarland haben einen Zweitjob. Ende September 2020 gab es über 38.500 "Mehrfachbeschäftigte". Das waren rund 4100 mehr als noch 2013.

Zwischen 2013 und 2020 ist die Zahl der Beschäftigten mit Zweitjob im Saarland nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit um 11,9 Prozent gestiegen. Es handelt sich laut Regionaldirektion dabei überwiegend um sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, aber auch um Selbständige, die ihr Einkommen durch einen Minijob aufbessern.

Fehlende Tarifbindung als Ursache

Für die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) ist der Trend zum Zweitjob eine Folge von hoher Teilzeitquote und fehlender Tarifbindung. In der Gastronomie und im Bäckerhandwerk könnten viele Beschäftigte von ihrem Einkommen nicht leben, sagte NGG-Geschäftsführer Mark Baumeister dem SR.

Immer mehr Saarländer haben Nebenjobs
Audio [SR 3, (c) SR 3 Karin Mayer, 27.05.2021, Länge: 04:22 Min.]
Immer mehr Saarländer haben Nebenjobs

Der große Nachteil für die Beschäftigten seien ständige Konflikte mit Arbeitgebern und die Frage, welcher Job Vorrang habe. Ohne flächendeckende Tarifbindung werde sich daran nichts ändern, so Baumeister.

Bundestrend noch höher

Bundesweit ist die Zahl der Beschäftigten mit Zweitjobs zwischen 2013 und 2020 sogar um 18,4 Prozent auf 3,5 Millionen gestiegen. Inzwischen haben mehr als 9,3 Prozent aller Beschäftigten eine oder mehrere Nebenbeschäftigungen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der Minijobs nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) um 150.000 gesunken.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 26.05.2021 berichtet.

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