Blick in eine Autoproduktion (Foto: SR Fernsehen)

IHK erwartet nur Mini-Wachstum

Ute Kunsmann / Onlinefassung: Axel Wagner   18.12.2018 | 21:18 Uhr

Die Saar-Wirtschaft blickt nach einer erneuten Talfahrt skeptisch ins neue Jahr. Eine aktuelle Umfrage der IHK unter 300 Betrieben hat ergeben, dass sich die Konjunktur jetzt fünf Monate hintereinander deutlich verschlechtert. Die IHK rechnet deshalb für das gesamte Jahr 2018 nur noch mit einem Miniwachstum von 0,2 Prozent.

Mit viel Schwung ist die Saarwirtschaft in diesem Jahr gestartet, doch spätestens im Sommer hat sich angedeutet, dass sie den Elan nicht halten kann. Das Ergebnis: Im Dezember haben die Betriebe ihre Lage nur noch halb so gut beurteilt wie beim Jahreshoch im Februar – vor allem im Maschinenbau und der Fahrzeugindustrie.

„Gründe dafür waren insbesondere die Handelskonflikte mit China und den USA, aber auch die ungeklärte Situation mit dem Brexit“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. Im Handel mit Großbritannien, einem der Hauptexportländer, habe es deutliche Einbrüche gegeben.

Video [aktueller bericht, 18.12.2018, Länge: 2:39 Min.]
IHK Jahresbilanz 2018

Auch 2019 kaum Besserung

Für 2019 hofft die IHK deshalb, dass Großbritannien geordnet aus der EU aussteigt und dass sich auch die Turbulenzen in der Autoindustrie beilegen. Bei den Dieselfahrzeugen würden sich die Zulassungszahlen bereits stabilisieren, so Klingen. Da könne man etwas optimistischer sein. Dennoch: „Insgesamt wird auch 2019 kein leichtes Jahr für das Saarland. Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr 0,5 bis ein Prozent wachsen könnte. Das wäre dann immerhin ein Stück weit aufgeholt gegenüber dem Bund, für den fast alle führenden Forschungsinstitute ein Wachstum von bis zu 1,5 Prozent voraussagen.“

Das Land bleibt also im Schatten der Bundesentwicklung. Lichtblicke sind der Dienstleistungsbereich und die IT-Branche. Hier laufen die Geschäfte gut bis sehr gut. Das gilt auch für Verkehr, Hotellerie und Gastronomie. Trotzdem fordert die IHK, dass das Saarland die Voraussetzungen schafft, um die ab 2020 ins Land fließenden Mittel rasch zu investieren und so die Infrastruktur zu stärken.

Das, so Klingen, stärke die Nachfrage und damit auch ein Stück weit die Konjunktur im Land. Eine grundlegende Verbesserung ihrer Geschäfte sehen die meisten IHK-Betriebe zumindest für die erste Hälfte des neuen Jahres aber nicht.

Über dieses Thema wurde auch im „aktuellen bericht“ im SR Fernsehen vom 18.12.2018 berichtet.

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