Bauarbeiter, Stahlflechter auf einer Baustelle (Foto: IMAGO / Gerhard Leber)

Ukraine-Krieg bremst Erholung der Saar-Wirtschaft aus

  25.03.2022 | 12:31 Uhr

Die Stimmung in der Saar-Wirtschaft hat im März einen Dämpfer bekommen. Gründe dafür sind nach einer IHK-Umfrage der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland. Hohe Energiepreise und erhebliche Lieferengpässe belasten die Unternehmen. Von der Politik fordert die IHK eine spürbare Entlastung.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus resultierenden westlichen Sanktionen gegen Russland hinterlassen auch in der saarländischen Wirtschaft deutliche Spuren. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK), an der sich rund 300 Unternehmen beteiligt haben.

Unternehmen stark belastet

Zwar bewerten 48 Prozent der Befragten ihre derzeitige Geschäftslage mit „gut“ und 41 Prozent mit „befriedigend“, für die künftigen Geschäfte sind die Erwartungen vieler Unternehmen aber gedämpft. IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé erklärte, der Erholungskurs der Saar-Wirtschaft werde durch den Krieg und die Sanktionen ausgebremst.

„Explodierende Energiepreise und erhebliche Lieferengpässe belasten dabei vor allem die Saarindustrie, deren Produktionskapazitäten trotz voller Auftragsbücher nicht ausgelastet sind“, so Thomé. Auch von der Investitionsseite sei keine Besserung zu erwarten, da anstehende Projekte wegen zunehmender Unsicherheiten aufgeschoben oder storniert würden.

Der private Konsum liefere nur verhaltene Impulse, sagte Thomé. „Deshalb rechnen wir nicht vor Ende nächsten Jahres mit einer Rückkehr zum Vor-Corona-Niveau.“

Noch vielfach gute Geschäfte

Gut laufen die Geschäfte derzeit vor allem in der Elektro- und Keramikindustrie, bei Herstellern von Metallerzeugnissen und den Gießereien, in der Stahlindustrie sowie in Teilen der Automobilwirtschaft. Nur befriedigend ist sie angesichts steigender Erzeugerpreise und Materialknappheit im Ernährungsgewerbe, dem Stahlbau, in der Medizintechnik und in der Bauwirtschaft.

Im Dienstleistungsgewerbe berichten 84 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte, allen voran die IT-Branche, Banken und Versicherungen, aber auch in der Gastronomie und im Handel. Angespannt ist die Lage bei Logistikern.

Entlastung gefordert

Acht Prozent der befragten Betriebe rechnen in den kommenden Monaten mit besseren, 16 Prozent mit schlechteren Geschäften. 76 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Vor allem in energieintensiven Industriebereichen überwiegt dabei der Pessimismus.

Thomé fordert von der Politik eine deutliche Entlastung der Unternehmen. „Das in dieser Woche von der Bundesregierung vorgelegte Entlastungspaket kann daher nur ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.“ Viele der darin enthaltenen Maßnahmen entfalteten ihre Wirkung erst zu spät. Andere – wie die befristete Senkung der Energiesteuer – seien bei Weitem nicht ausreichend.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.03.2022 berichtet.

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