Saarland - Großbritannien (Foto: dpa/Micheal Kappeler/SR)

Brexit-Ungewissheit für Saar-Wirtschaft bleibt

Michael Schmitt   13.03.2019 | 10:42 Uhr

Kommt der Brexit am 29. März? Kommt er mit oder ohne Austrittsabkommen? Oder wird er doch noch verschoben? Nachdem das Parlament in London den Brexit-Deal zum zweiten Mal abgelehnt hat, ist offen, wie der EU-Austritt der Briten ablaufen wird. Für die Saar-Wirtschaft bleibt damit die Ungewissheit.

"Satte Mehrheit" gegen harten Brexit - wie lange noch?
London-Korrespondent Thomas Spickhofen erläutert den Stand der Dinge zwei Wochen vor dem 29. März.

Großbritannien ist der zweitwichtigste Handelspartner für die Saar-Wirtschaft. Vor allem die Automobilbranche ist vom Brexit betroffen, da aus dieser Branche viel nach Großbritannien exportiert wird. „Ganze Lieferketten werden durch den Brexit gestört“, sagte Iris Scherer-Wunn, Team-Leiterin International bei der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes, dem SR. Nach dem Brexit sei ein Zollabkommen wichtig. Doch auch das würde nicht alle Probleme lösen. Es gehe auch um Zulassungen, Konformitäten und viele weitere Dinge. Der wichtige Binnenmarkt sei dann kaputt.

Große Herausforderungen

„Wir empfehlen den Unternehmen schon seit längerem, sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen und sich auf mögliche Zölle und die damit verbundenen Formalitäten vorzubereiten“, so Scherer-Wunn. Es sei nötig, sich intensiv mit dem Thema zu befassen. Mögliche Grenzkontrollen bedeuteten einen immensen Aufwand für die Unternehmen.

„Ich kann mir vorstellen, dass es zu einer Verschiebung des Brexits kommen wird“, so Scherer-Wunn weiter. „Allerdings wird eine Lösung damit auch nur auf die lange Bank geschoben“. Dennoch sei das derzeit die beste Option.

Warnung vor Brexit ohne Abkommen

Schon vor Monaten hatte die IHK einen Brexit ohne Abgaben und Zölle angemahnt. IHK-Geschäftsführer Oliver Groll sagte, vor allem der ungeordnete Brexit müsse vermieden werden. Wie der Austritt aussehen wird, das weiß aber auch 16 Tage vor dem anvisierten Austrittsdatum niemand.

Landtag bedauert Brexit

Die Fraktionen im saarländischen Landtag haben den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bedauert. Zugleich beschlossen sie am Mittwoch in erster und zweiter Lesung ein Brexit-Gesetz. Es regelt für die Verwaltung wichtige Folgen, falls Großbritannien die am Dienstag erneut abgelehnte Trennungsvereinbarung doch noch mit der EU unterzeichnen würde.

Es sieht unter anderem vor, dass Großbritannien für den Fall der im Trennungsabkommen vorgesehenen Übergangszeit weiter wie ein EU-Land behandelt wird, dass aber verschiedene Vorschriften - beispielsweise hinsichtlich der Teilnahme an Kommunalwahlen - nicht gelten.

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