Passanten gehen in einem Einkaufszentrum an der Weihnachtsdekoration vorbei (Foto: dpa/Malte Christians)

IHK fordert Verlängerung der Ladenöffnungszeiten

  08.12.2020 | 16:32 Uhr

Die IHK appelliert an die saarländische Landesregierung, die Ladenöffnungszeiten an Werktagen in der Zeit ab dem 19. Dezember bis zum Jahresende auszuweiten. Mit dieser Maßnahme soll der Kundenandrang rund um die Weihnachtsfeiertage entzerrt werden.

Die aktuelle Begrenzung der Kundenzahl in den Geschäften führe bereits jetzt zu langen Schlangen vor den Geschäften. Das Infektionsrisiko werde damit insbesondere in den Innenstädten in den öffentlichen Raum verlagert, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. "Die temporäre Ausweitung der Ladenöffnungszeiten ist daher das Mittel der Wahl, um Kunden und Beschäftigte gleichermaßen zu schützen."

Vor dem Hintergrund, dass die Tage vor und nach Weihnachten zu den umsatzstärksten im gesamten Jahr zählen, warnt die IHK vor einem weiteren harten Lockdown wie ihn Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) befürwortet.

Steigendes Insolvenzrisiko

"Anders als im Frühjahr sind die Finanzpolster vieler Betriebe im stationären Handel nun aufgebraucht und die Umsätze reichen bei weitem nicht an das Vor-Corona-Niveau heran. Ein erneuter harter Lockdown würde zum Verlust weiterer Marktanteile des stationären Handels führen, das Insolvenzrisiko in der Branche deutlich erhöhen und die Attraktivität der Innenstädte künftig weiter verringern", so Klingen.

Im Fall eines harten Lockdowns spricht sich die IHK für eine Ausweitung der Geschäftszeiten zumindest für den Lebensmitteleinzelhandel aus, um eine geordnete Versorgung wie im Frühjahr sicherstellen zu können.

Arbeitskammer gegen Ausweitung

Die saarländische Arbeitskammer sprach sich mit dem Hinweis auf die Belastung der Beschäftigten gegen die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten aus. „Wir haben Verständnis für die Unternehmer und ihre Existenzsorgen", sagte der AK-Vorstandsvorsitzende Jörg Caspar. "Aber die für den Infektionsschutz notwendig verordneten Einschränkungen muss konsequenterweise der Staat mit entsprechenden Hilfen gegenüber dem regionalen Einzelhandel kompensieren. Dies darf nicht auf dem Rücken der Menschen erfolgen. Dazu gehört für die Beschäftigten auch endlich die generelle Aufstockung des Kurzarbeitergelds von Anfang an.“

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