Hanno Dornseifer  (Foto: IHK/BeckerBredel)

IHK-Chef fordert Senkung des Gasverbrauchs

  04.07.2022 | 19:54 Uhr

Die Lage auf den Gasmärkten ist wegen des Kriegs in der Ukraine sehr angespannt. Für Saar-Unternehmen, die vom Gas abhängig sind, eine gefährliche Situation. IHK Saarland-Chef Dornseifer warnt vor den Konsequenzen und fordert ein schnelles Handeln.

Die Stimmung in der saarländischen Industrie und dem Handel sei angesichts drohender Gasengpässe angespannt, so der Vorsitzende der IHK Saarland Hanno Dornseifer. "Man versucht, sich vorzubereiten und beobachtet das alles mit großer Sorge", sagte er im SR-Interview.

IHK-Chef fordert entschlossenes Handeln der Politik

Noch sei es nicht zu spät, sich auf den Winter vorzubereiten, so Dornseifer. Von der Politik fordert er deshalb entschlossenes Handeln. "Wir müssen schauen, dass wir die Nachfrage in allen Bereichen mit Blick auf den Winter senken", so der IHK-Chef. Zudem müsse über den verstärkten Kauf von Gas aus anderen Ländern diskutiert werden.

Spurlos werde die aktuelle Situation an Wirtschaft und Privatpersonen nicht vorbeigehen. "Wir werden alle unseren solidarischen Beitrag leisten müssen, wenn der Gasbezug aus Russland reduziert wird."

Wir werden nicht ohne Schaden aus dieser Krise herausgehen."

Nur die wenigsten Unternehmen im Saarland, die auf Gas angewiesen sind, könnten kurzfristig den Energieträger wechseln. 55 Prozent des in der Industrie verwendeten Erdgases hat Deutschland bislang aus Russland bezogen. Aktuell sind es noch 35 Prozent.

Sollten Gaslieferungen aus Russland ganz eingestellt werden, müssten nicht nur die Unternehmen eine individuelle Antwort finden. "Da mag Kurzarbeit eine Antwort sein, da mag aber auch das Runterfahren der Temperaturen bei Haushalten eine Antwort sein. Wir werden nicht ohne Schaden aus dieser Krise herausgehen", betonte Dornseifer.

Drohender Gaslieferstopp
V&B rechnet mit Kurzarbeit und Umsatzausfällen
Die Unsicherheiten bei der Gasversorgung im Zuge des Ukrainekrieges belasten nicht nur Privathaushalte, sondern auch Unternehmen wie den Mettlacher Keramikhersteller Villeroy & Boch. Ein Gaslieferstopp hätte für das Unternehmen weitreichende Folgen.

Über dieses Thema berichtet auch der Aktuelle Bericht am 04.07.2022.

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