Ein Mitarbeiter von ZF baut ein Getriebe zusammen.  (Foto: picture alliance / dpa | Felix Kästle)

Zunehmender Pessimismus in der Saar-Wirtschaft

  23.05.2022 | 14:07 Uhr

Noch laufen die Geschäfte zwar überwiegend gut oder befriedigend - anders als im Bund trübt sich die Stimmung in der Saar-Wirtschaft aber immer weiter ein. Die IHK spricht in ihrer monatlichen Umfrage unter rund 300 Unternehmen von einem "breiten Pessimismus".

Den dritten Monat in Folge haben sich die Aussichten in der Saar-Wirtschaft weiter verschlechtert. Der IHK-Erwartungsindikator, der die Aussichten für die kommenden Monate widerspiegelt, ist laut Industrie- und Handelskammer (IHK) tief im roten Bereich.

Krieg, Lockdowns in China und Lieferkettenprobleme

"Die Folgen des Ukraine-Krieges schlagen mehr und mehr auf die Saarwirtschaft durch", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé. "Hinzu kommen die anhaltend harten Lockdowns in China, die die Lieferkettenprobleme verschärfen und die Wachstumsdynamik in der EU und in den USA massiv dämpfen." Das treffe insbesondere die exportorientierte Saar-Industrie.

Selbst der steigende private Konsum nach dem Wegfall der allermeisten Corona-Beschränkungen könne das nicht ausgleichen. "Die Chancen sind damit äußerst gering, dass 2022 tatsächlich zu einem Aufholjahr für die Saarwirtschaft wird – zumal in den nächsten beiden Quartalen eine Stagnation zu befürchten ist", so Thomé weiter.

Gute Geschäfte, aber pessimistischer Ausblick

Zwar bewerten derzeit noch rund 90 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend und über alle Industriebranchen hinweg sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Knapp 20 Prozent der Unternehmen rechnen für die kommenden sechs Monate aber mit schlechteren Geschäften. Nur in der IT-Branche rechnen noch deutlich mehr Firmen mit besseren statt mit schlechteren Geschäften.

Thomé appelliert an die Politik, derzeit keine weiteren Preis- oder Kostenschübe für die Unternehmen zu verursachen. Es gelte vor allem, ein Energieembargo gegenüber Russland und einen weiteren Inflationsschub zu vermeiden.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 23.05.2022.

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