Ein Gastromitarbeiter räumt Essensteller ab (Foto: IMAGO / Xinhua)

Arbeitskräftemangel wird zum Problem im Saarland

Karin Mayer   15.10.2021 | 13:27 Uhr

Längst sind es nicht nur IT-Mitarbeiter und Ingenieure - auch in der Gastronomie fehlen Servicekräfte und Aushilfen. Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) ist klar: Der Fachkräftemangel im Saarland weitet sich zum Arbeitskräftemangel aus.

Arbeitskräftemangel wird in den nächsten Jahren zum massiven Problem in der Saar-Wirtschaft - davon ist IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé überzeugt. Es reiche nicht länger aus, über Fachkräftemangel zu sprechen. Gesucht würden nicht nur Ingenieure und Programmierer, sondern auch Reinigungs- und Servicekräfte sowie Kurierfahrer, sagte Thomé dem SR.

Wenn die Arbeitskräfte fehlen - Thema im SR-Podcast "Das zählt. Mensch/Wirtschaft"
Podcast [SR 3, Sarah Sassou, Karin Mayer , 14.10.2021, Länge: 14:16 Min.]
Wenn die Arbeitskräfte fehlen - Thema im SR-Podcast "Das zählt. Mensch/Wirtschaft"

Im Saarland sinke der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung stärker als die Gesamtbevölkerung. Die Zahl von 610.000 erwerbsfähigen Personen werde bis 2030 um 80.000 schrumpfen.

Alarmzeichen als Chance?

Das sei ein Alarmzeichen und dennoch mit Chancen verbunden. Der Arbeitskräftemangel könne eine Qualifizierungsoffensive in Unternehmen auslösen. Investitionen in produktivere Arbeitsplätze könnten dafür sorgen, dass die Wirtschaft sich weiter modernisiere. Thomé sieht auch die Chance, soziale Polarisierung durch mehr Wertschätzung für gefragte Berufe zu reduzieren. Schon jetzt könne man feststellen, dass bessere Löhne und Arbeitsbedingungen in der Pflege ein Thema seien.

Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften

In den nächsten Jahren werde es wichtiger, Arbeitskräfte im Land stärker zu aktivieren. Bei Älteren, Frauen und bei Migrantinnen und Migranten könne die Erwerbsquote gesteigert werden. Die Frauenerwerbsquote liegt nach Angaben der IHK im Saarland mit 72 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 76 Prozent. Durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann es nach Ansicht des IHK-Hauptgeschäftsführers gelingen, aus Teilzeit- Vollzeitmitarbeiter zu machen. Gebraucht werde aber auch die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften.

Die IHK befragt derzeit Unternehmen im Saarland zum Thema Arbeitskräftemangel. Dem SR sagte Thomé, Ziel sei es eine bessere Datenbasis zu erlangen, um die Situation besser analysieren zu können. Das Ergebnis der Studie wird Anfang November erwartet.

Über dieses Thema berichtet die SR 3 Rundschau am 15.10.2021.

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