Betriebsversammlung bei Halberg Guss (Foto: SR/Karin Mayer)

IG Metall setzt weiter auf NHG-Verkauf

Karin Mayer   13.09.2018 | 12:54 Uhr

Die IG Metall geht nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass die Gießerei der Neuen Halberg Guss (NHG) verkauft wird. Um den Verkauf nicht zu gefährden, will die Gewerkschaft trotz des Scheiterns der Schlichtung den Streik nicht fortsetzen.

Kollegengespräch: "Die IG Metall setzt darauf, dass der Verkauf der NHG weiter betrieben wird"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Gerd Heger/Karin Mayer, 13.09.2018, Länge: 04:16 Min.]
Kollegengespräch: "Die IG Metall setzt darauf, dass der Verkauf der NHG weiter betrieben wird"

Der zweite Bevollmächtigte der IG Metall, Patrick Selzer, sagte am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung für die Mitglieder vor dem Werkstor der NHG, er gehe weiter davon aus, dass es einen Investor gebe. Um diesen Prozess nicht zu gefährden, werde die Gewerkschaft trotz des Scheiterns der Schlichtung den Streik nicht fortsetzen.

Die IG Metall hoffe nach wie vor auf eine langfristige Perspektive für den Standort und für die Beschäftigten. Dennoch werde die Gewerkschaft auf das Scheitern der Schlichtung reagieren. Wie und wann werde kurzfristig bekannt gegeben. Die Gewerkschaft befürchtet, dass die Prevent-Gruppe derzeit versucht, den Kaufpreis für die Gießerei nach oben zu treiben und dadurch die Zukunft des Unternehmens aufs Spiel setzt.

IG Metall will Abfindungen für Beschäftigte sichern

Die IG Metall fordert einen Sozialtarifvertrag für die rund 2.100 Mitarbeiter von Neue Halberg Guss. Er soll unter anderem Abfindungen für die Belegschaft sichern, falls die Geschäftspraxis von Neue Halberg Guss das Unternehmen gefährdet.

Die Beschäftigten sind nach dem Scheitern der Schlichtung verunsichert. Die Sorge, dass Arbeitsplätze verloren gehen, ist groß. Auch die Streikstrategie der Gewerkschaft wird offenbar teilweise kritisiert.

Lafontaine sieht Land in der Pflicht

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine fordert nach dem Scheitern der Schlichtung eine ähnliche Rettungsaktion wie seinerzeit bei Saarstahl. "Ohne eine Verstaatlichung und anschließende Stiftungslösung gäbe es die saarländische Stahlindustrie in der jetzigen Form nicht", sagte Lafontaine. Um das umzusetzen, reiche ein einfaches Landesgesetz und die Voraussetzungen des Grundgesetzes seien erfüllt. Es könne nicht sein, dass die saarländische Landesregierung trotz der guten Erfahrungen bei Saarstahl auf eine solche Lösung verzichtet.

Die CDU-Landtagsfraktion zeigte sich enttäuscht über den Abbruch der Schlichtungsverhandlungen. Der Abgeordnete Marc Speicher teilte Forderungen nach einer Verstaatlichung der NHG eine Absage. Es müsse eine tragfähige Lösung für das Unternehmen gefunden werden.

Weitere Infos
NHG erklärt Schlichtung für gescheitert [13.09.2018]
Die Schlichtung beim Automobilzulieferer Neue Halberg Guss ist gescheitert. Das hat die Geschäftsleitung erklärt. Nach ihren Angaben ist nun nicht auszuschließen, dass deutlich mehr Stellen abgebaut werden als bisher angenommen. Die IG Metall bezeichnete den Ausstieg der NHG als "unverantwortlich". Am Vormittag will der Betriebsrat die Belegschaft über die aktuellen Ereignisse informieren.

Über dieses Thema wurde auch in der Region am Mittag auf SR 3 Saarlandwelle vom 13.09.2018 berichtet.

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