Flugblattverteilung der IG Metall bei ZF in Saarbrücken (Foto: SR)

Protest gegen ZF-Krisenmanagement

Sarah Sassou   24.06.2020 | 17:13 Uhr

Am ZF Werk in Saarbrücken hat es am Mittwoch eine Protestaktion der IG Metall gegeben. Die Gewerkschaft wollte damit zeigen, dass sie den Weg der Konzernführung in der Corona-Krise nicht nachvollziehen könne.

Beim Getriebehersteller ZF gibt es deutschlandweit noch keine Entscheidung, ob die Kurzarbeit über die Jahresmitte hinaus verlängert wird. Nach Angaben eines Sprechers wird zurzeit darüber verhandelt. Außerdem hatte der Automobilzulieferer Ende Mai angekündigt, allein in Deutschland 7500 Stellen abzubauen.

Video [aktueller bericht, 24.06.2020, Länge: 2:48 Min.]
ZF-Mitarbeiter protestieren in Saarbrücken

Kurzarbeit statt Jobabbau

Gegen dieses Krisenmanagement wehrt sich die IG Metall mit Protestaktionen. Am Parkhaus hat sie am Mittwoch ein zehn Mal fünf Meter großes Banner angebracht, um auf die schwierige Situation hinzuweisen. Man wolle für eine Verlängerung der Kurzarbeit werben und so den Stellenabbau verhindern.

Die Gewerkschaft steht auf dem Standpunkt, dass millionenschwere Abfindungen keine Lösung sein können, bevor man nicht andere Mittel wie Kurzarbeit voll ausgeschöpft habe. Kommende Woche könnten bereits die Verhandlungen zu den Stellenstreichungen beginnen.

Folgen für den Wirtschaftsstandort Saarbrücken befürchtet

Die Linke im Saarbrücker Stadtrat warnte angesichts des drohenden Stellenabbaus vor schwerwiegenden Folgen für den Wirtschaftsstandort Saarbrücken. Der Fraktionsvorsitzende Michael Bleines betonte, ZF gehöre zu den größten Arbeitgebern in der Region. Der Stellenabbau könne gerade für die Landeshauptstadt schwierig werden. Hier gebe es ohnehin schon eine hohe Arbeitslosenquote.

"Ein Stellenabbau zu diesem Zeitpunkt mag zwar seitens der Konzernleitung als Auswirkung der Corona-Pandemie argumentiert werden, steht aber dennoch in einem merkwürdigen Missverhältnis dazu, dass sich ZF noch vor einem Jahr durch die Übernahme des Nutzfahrzeugzulieferers WABCO für sieben Milliarden Dollar deutlich vergrößert hat", so Bleines.

Nach Angaben der IG Metall machen sich aktuell 90 Prozent der ZF-Beschäftigten Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 24.06.2020.

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