Demo: Kostenstreit um Assistenz für Menschen mit Behinderung (Foto: SR)

Kostenübernahme für Igel soll erneut überprüft werden

Carolin Dylla   06.02.2019 | 18:03 Uhr

Das saarländische Sozialministerium und das Landesamt für Soziales sind nach Aussagen von Sozial-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) bereit, die Höhe der Leistungen für Markus Igel noch einmal zu überprüfen. Das ist das Ergebnis einer Aussprache in der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch.

Der Sozialstaatssekretär bemüht sich um Sachlichkeit: Es gehe nicht um Menschenrechte, so Stephan Kolling in einer telefonischen Stellungnahme – sondern darum, einen individuellen Bedarf festzustellen. Ähnlich sieht es Sebastian Thul von der SPD: Der Konflikt in dem Fall sei, dass Markus Igel einen höheren Bedarf sehe als die rund 7.2000 Euro, die der medizinische Dienst der Behörden ermittelt hat. In den kommenden vier Wochen soll das jetzt noch mal überprüft werden – für Donnerstag ist ein persönliches Gespräch zwischen Igel und dem Landessozialamt angesetzt.

Video [aktueller bericht, 06.02.2019, Länge: 3:25 Min.]
Sozialausschuss zu Hilfen für Behinderte

Linke kritisiert intransparente Berechnung

Die Linke dagegen kritisiert eine intransparente Berechnung des Bedarfs von Seiten der Behörden. Und, so die Sorge des behindertenpolitischen Sprechers der Partei, Ralf Georgi: Die Kürzung der Leistungen im vergangenen April könnte für einen bundesweiten Präzedenzfall sorgen.

Markus Igel beschäftigt seit 2013 in einem sogenannten Arbeitgebermodell Assistenten, die ihm das Leben in einer eigenen Wohnung ermöglichen. Um weiterhin so leben zu können wie bisher, braucht Igel nach eigenen Angaben aber 13.000 Euro pro Monat.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 06.02.2019 berichtet.

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