Ein Schild mit dem Ford-Logo (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg)

IG Metall Völklingen in Sorge über Entwicklung bei Ford

Karin Mayer   10.09.2021 | 11:02 Uhr

Die IG Metall Völklingen sieht die weltweite Entwicklung im Ford-Konzern mit großer Sorge. Der US-Konzern hatte zuvor angekündigt, die Produktion in Indien einzustellen.

Die Gewerkschaft fordert erneut ein klares Bekenntnis des Herstellers zum Standort Saarlouis. Der erste Bevollmächtigte Lars Desgranges sagte dem SR, der Belegschaft in Saarlouis sei beim Verlust der Nachtschicht ein Zukunftsprodukt versprochen worden. Diese Entscheidung müsse nicht übermorgen fallen. Er fordert aber ein klares Signal, dass der Autohersteller eine positive Entscheidung für den Standort treffe.

Mustang Coupé für Indien

In Indien wird die Produktion von Fahrzeugen für den Verkauf im Land sofort eingestellt. Fahrzeuge für den Export sollen noch bis Ende September, Motoren bis Mitte 2022 gefertigt werden. Davon sind nach Angaben des Unternehmens 4000 Beschäftigte betroffen.

Zuvor hatte der US-Autobauer bereits die Produktion von Fahrzeugen in Brasilien eingestellt. Davon waren 5000 Mitarbeiter betroffen.

Trotzdem soll die Mitarbeiterzahl von 11.000 Beschäftigten weiter wachsen. Ford will Kompetenzzentren für Technik, Technologie und Geschäftsbetrieb aufbauen. Dort sollen Software-Entwickler, Datenwissenschaftler und Ingenieure eingestellt werden. Eine Zukunft sieht der US-Autobauer in elektrifizierten SUVs und in Fahrzeugen wie dem Mustang Coupé.

Aktionstag in Saarlouis

Am 14. September erwartet die IG Metall 3000 Menschen bei einer Kundgebung auf dem Großen Markt in Saarlouis. Die Ford-Beschäftigten der Frühschicht sowie Bürgerinnen und Bürger werden für eine Zukunft des Standortes in Saarlouis auf die Straße gehen.

Bei der Kundgebung werden Lars Desgranges von der IG Metall Völklingen sowie der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Ford Deutschland Martin Hennig und der Betriebsratsvorsitzende von Ford Saarlouis Markus Thal sprechen.

Halbleitermangel gefährdet Produktion

Wegen Lieferengpässen bei Halbleitern hatte das Ford-Werk in Saarlouis im ersten Halbjahr 2021 mit Produktionsausfällen zu kämpfen. Nach den Betriebsferien konnte der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden, der Halbleitermangel gefährdet aber auch danach die Produktion. Eine kurzfristige Halbleiter-Lieferung hat die Produktion zumindest für eine weitere Woche gesichert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 10.09.2021 berichtet.

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