Teilnehmer einer Kundgebung halten eine Fahne mit dem Logo der IG Metall hoch. (Foto: picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt)

Metall-Tarifabschluss wird im Saarland übernommen

  22.11.2022 | 12:42 Uhr

Die IG Metall hat sich mit den Arbeitgebern im Bezirk Mitte auf die Übernahme des Pilotabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Beide Seiten unterzeichneten am Dienstag den Tarifvertrag, der auch für die rund 40.000 Beschäftigten im Saarland gilt.

Der Pilotabschluss für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg ist nun auch für den Bezirk Mitte, zu dem auch das Saarland gehört, übernommen worden. Am Dienstag unterzeichneten die IG Metall Mitte und die Arbeitgeber dieses Bezirks den Tarifvertrag für die rund 380.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Saarland fallen 40.000 Beschäftigte unter den Tarifvertrag.

In einem ersten Schritt werden die Entgelte im Juni 2023 um 5,2 Prozent erhöht. Ab Mai 2024 folgt der zweite Schritt, dann gibt es eine Erhöhung um 3,3 Prozent. Außerdem erhalten sie eine steuerfreie Inflationsprämie in Höhe von insgesamt 3000 Euro. Sie kann in zwei Schritten über die Jahresgrenzen hinweg flexibel ausgezahlt werden. Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. September 2024. 

Gewerkschaft zufrieden

Auf Gewerkschaftsseite ist man mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden: IG Metall-Verhandlungsführer Jörg Köhlinger sagte, es sei eine harte Tarifauseinandersetzung gewesen. Vor allem Druck der Streikenden habe dazu beigetragen, dass am Ende ein guter Kompromiss stehe.

Arbeitgeber: "Große Belastung"

Für die Arbeitgeber ist die vereinbarte Entgelderhöhung nach eigenen Angaben "eine große Belastung". Das sagte Oswald Bubel, Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar). "Uns war eine lange Laufzeit sehr wichtig." Nur dadurch sei die Vereinbarung für die Unternehmen tragbar gewesen.

Wochenlange Streiks

Der Einigung im Bezirk Baden-Württemberg waren wochenlange Streiks vorausgegangen.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.11.2022.


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