IG Metall (Foto: Marijan Murat - dpa/bildfunk)

IG Metall verzichtet auf konkrete Lohnforderung

  24.01.2020 | 15:27 Uhr

Die IG Metall will ohne konkrete Lohnforderung in die nächste Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie gehen. Stattdessen stehe im Vordergrund, die rund vier Millionen Jobs der Branche zu sichern, sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann.

Tarifverhandlungen, bei denen höhere Löhne nicht im Mittelpunkt stehen - das erklärt Jörg Köhlinger, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte so: In der anstehenden Tarifrunde werde es darum gehen, die Zukunft der Betriebe, der Arbeitsplätze und der Wertschöpfungsketten zu gestalten. Anstatt bei niedriger Auftragslage Mitarbeiter zu entlassen, sollten Betriebe sich rechtzeitig um neue Aufträge und Geschäftsmodelle bemühen.

Deshalb will die IG Metall mit den Arbeitgebern statt mehr Geld ein sogenanntes „Zukunftspaket“ aushandeln. Die tarifgebundenen Firmen sollen sich darin bereit erklären, keine einseitigen Jobstreichungen oder Produktionsverlagerungen zu veranlassen, sondern auf kürzere Arbeitszeiten, Kurzarbeit und Weiterbildungsangebote zurückgreifen.

Bis zum 3. Februar fordert die IG Metall Rückmeldung von den Unternehmen. Die Gewerkschaft hofft auf eine Einigung noch vor dem 28. April - dann endet die Friedenspflicht. Wenn der Versuch erfolglos bleibt, will die IG Metall doch noch einmal über Lohnforderungen nachdenken.

ME Saar begrüßt Gesprächsangebot

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar) begrüßt die Haltung der IG Metall. „Ein solcher Prozess kann als Basis konstruktiver Gespräche dazu dienen, neue und effiziente tarifliche Instrumente zu entwickeln, um die Unternehmen der Branche in dem aktuell sehr schwierigen Umfeld zu unterstützen“, sagt ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. Um zukunftsfähig zu bleiben, seien Investitionen in Digitalisierung und Strukturwandel nötig.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 24.01.2020 berichtet.

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