Ford Werke Saarlouis (Foto: SR)

IG Metall fordert Zukunftsperspektive für Ford Saarlouis

Karin Mayer   28.10.2020 | 07:09 Uhr

Die IG Metall fordert eine Zukunftsperspektive für das Ford-Werk in Saarlouis. Der Ford Focus soll voraussichtlich 2024 auslaufen. Es sei deshalb wichtig jetzt Gespräche über ein neues Produkt zu führen.

Die Zeit drängt. Um ein neues Modell zu starten, wird ein ein Vorlauf von 48 oder 36 Monaten nötig. Deshalb müssten jetzt Verhandlungen über ein neues Produkt für Saarlouis geführt werden, so der erste Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen Lars Desgranges. Der Standort brauche eine Zukunftsperspektive, die Gewerkschaft und der Betriebsrat seien bereit, daran zu arbeiten.

Video [aktueller bericht, 28.10.2020, Länge: 2:23 Min.]
Zukunftsperspektiven für das Ford-Werk in Saarlouis

Betriebsrat informiert mit Flugblättern

Wie geht's weiter bei Ford in Saarlouis?
Audio [SR 3, Gerd Heger / Karin Mayer, 28.10.2020, Länge: 04:35 Min.]
Wie geht's weiter bei Ford in Saarlouis?

Im Ford-Werk sind derzeit rund 5000 Mitarbeiter beschäftigt. Außerdem hängen 2000 weitere Jobs in Zulieferfirmen von der Produktion des Focus-Modells abhängig.

Der Betriebsratsvorsitzende Markus Thal informiert die Belegschaft derzeit regelmäßig in Flugblättern über die Situation. Betriebsversammlungen sind im Ford-Werk wegen der Corona-Pandemie nicht möglich.

Rehlinger hofft auf positive Entscheidung

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hofft auf eine positive Standortentscheidung für das Ford-Werk in Saarlouis. Dem SR sagte sie, die Landesregierung tue alles dafür, dass Ford weiterhin im Saarland Autos produziere. Deutschland sei der einzige Standort, der den Konzern mit einer Bürgschaft unterstütze. Sie erwarte, dass das bei einer Standortentscheidung eine Rolle spiele.

Die Beschäftigten hätten ein Recht zu erfahren, wann eine Entscheidung über ein Zukunftsmodell falle, so Rehlinger. Der Kölner Autobauer Ford hat eine Bürgschaft in Höhe von 500 Millionen Euro beantragt. Außer dem Bund sollen auch die Länder Nordrhein-Westfalen und das Saarland Beiträge leisten. Das Saarland müsste nach SR-Informationen rund 60 Millionen davon aufbringen.

Auf SR-Anfrage verweist die Ford-Zentrale in Köln auf einen umfassenden Transformationsprozess in Europa. Dieser solle bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Anschließend wolle der Autohersteller das Geschäft neu gestalten. Das Werk Saarlouis hat im vergangenen Jahr 1600 Stellen abgebaut und die Nachtschicht verloren.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.10.2020 berichtet.

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