Jörg Hofmann (Foto: dpa/Alexander Heinl)

IG-Metall-Chef zufrieden mit Autogipfel

Karin Mayer   09.09.2020 | 13:03 Uhr

Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann ist mit dem Ergebnis des Autogipfels zufrieden. Vor einem Besuch des Ford-Werks Saarlouis sagte er, in den kommenden Wochen soll über einen Transformationsfonds für Zulieferer gesprochen werden.

Der Transformationsfonds sei extrem wichtig, weil immer mehr kleineren Zulieferern das Eigenkapital ausgehe und Insolvenzgefahr drohe, so der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann. Außerdem habe die Gewerkschaft vorgeschlagen, die zwei Milliarden des Konjunkturpaketes für regionale Innovationscluster zu nutzen.

Das müsse vor allem für Regionen wie das Saarland genutzt werden, die stark vom Verbrenner abhängig seien, so Hofmann. Es gebe zwar noch keine Entscheidung, die Wege seien aber richtig gelegt.

Ford ist enttäuscht

Beschäftigte von Ford Saarlouis und der Betriebsratsvorsitzende Markus Thal waren dagegen enttäuscht vom Autogipfel in Berlin. Thal sagte dem SR, leider gebe es keine Förderung für moderne Verbrenner. Nicht nur das Ford-Werk, die gesamte Autoindustrie im Saarland sei enorm abhängig vom Verbrenner. Darüber müsse man sich Gedanken machen.

Verbrenner weiter gefragt

Lars Desgranges von der IG Metall Völklingen bedauerte, dass es keine Förderung für den Mild Hybrid gibt. Er reduziere den CO2-Ausstoß. Dafür sei eine beträchtliche Investition in das Werk geflossen.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände, Martin Schlechter, weiß, dass eine Kaufprämie für Verbrenner für die Autoindustrie im Saarland sehr gut gewesen wäre. Er erwartet, dass der Verbrennungsmotor auch in Zukunft noch gebraucht wird.

Die Produktionskapazitäten und die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich seien in Deutschland hoch. Wenn es gelinge, die Autoindustrie besser auszulasten, wäre der Effekt für die gesamte Wirtschaft gut.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 09.09.2020 berichtet.

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