Beim Friseur ist es ohnehin üblich, seinen Platz gezeigt zu bekommen, jedoch nicht ohne über die Vorgaben zu informieren. (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

Hygienevorschriften treiben Preise nach oben

Thomas Braun / mit Informationen von Felix Schneider   30.05.2020 | 09:00 Uhr

Mehrere Friseure verlangen seit kurzem eine Hygienepauschale - andere haben ihre Preise komplett angepasst. Hintergrund sind gestiegene Kosten durch die Hygienevorgaben und die oftmals teure Beschaffung der dafür benötigten Materialien.

Nach dem wochenlangen Shutdown haben Friseure seit drei Wochen wieder geöffnet. Doch die strengen Hygienevorgaben, etwa Arbeit mit Mundschutz, regelmäßige Reinigung oder die Beschränkung der Kundenzahl, werfen die bisherige Kalkulation vieler Betriebe über den Haufen. Sie mussten ihre Preise deshalb erhöhen oder erheben seit kurzem eine zusätzliche Hygienepauschale, wie die saarländische Landesinnung Friseure und Kosmetik bestätigte.

Reaktionen auf Corona-Zuschlag beim Friseur
Video [SR Fernsehen, aktueller bericht, 30.05.2020, Länge: 02:35 Min.]
Reaktionen auf Corona-Zuschlag beim Friseur

"Die Bezugsmaterialien sind derart teuer geworden, dass die Kalkulation in vielen Fällen angepasst werden musste", erläutert Innungsgeschäftsführer Mirko Karkowsky das Problem. So seien etwa die Preise für Atemmasken drastisch gestiegen, aber auch Reinigungsmittel oder auch Einweg-Umhänge seien deutlich teurer.

Kalkulation regelmäßig prüfen

Gerade die Betriebe, die vorher schon knapp kalkuliert hätten, müssten daher jetzt reagieren. Ob tatsächlich ein Zuschlag erhoben werde, hänge aber letztlich von mehreren Faktoren wie der Lage, Größe und Preisstruktur des Salons ab. Vorgaben der Innung gebe es nicht. "Das dürften wir aus wettbewerbsrechtlichen Gründen auch gar nicht", so Karkowsky.

Dennoch rät er den Betrieben, ihre Ein- und Ausgaben genau unter die Lupe zu nehmen. "Man muss die Betriebe dazu anhalten, die Kalkulation regelmäßig zu prüfen - auch außerhalb der Coronazeit. So, dass sie immer noch kostendeckend arbeiten."

Fixkosten um bis zu zehn Prozent gestiegen

Einer, der die Preise anheben musste, ist Horst Dupré, der mehrere Friseursalons betreibt. "Die Arbeitsmaterialien müssen nach jedem Besuch gereinigt und desinfiziert werden. Wir haben Einmalumhänge. Das alles kostet eine Menge Geld", erklärt Dupré. Hinzu komme, dass die Friseure den Kunden verpflichtend die Haare waschen müssen. Das erzeuge höhere Wasser- und Energiekosten. Alles in allem hätten sich die monatlichen Fixkosten für seine drei Salons jetzt um bis zu zehn Prozent erhöht.

Ohne Coronazuschlag versucht es hingegen Jasmin Blinn, die einen Salon in Homburg-Bruchhof mit sieben Beschäftigten führt. "Natürlich können wir es nicht komplett auf die Kunden umwälzen, die können auch nichts dafür", sagt Blinn. Dass diese Strategie für ihren Salon zur Gefahr werden könnte, fürchtet sie nicht. Ihre Ausgaben für die Corona-Maßnahmen hätten sich auch im Rahmen gehalten.

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