Die Logos der CDU und AdF (Foto: SR/DPA/Blickwinkel)

AfD als "Steigbügelhalter" für CDU-Ortsvorsteher?

mit Informationen von Thomas Gerber   14.08.2019 | 13:24 Uhr

Bei der Wahl Karl Barrois' zum Ortsvorsteher von Humes am Dienstagabend könnte die entscheidende Stimme von der AfD gekommen sein. Der CDU-Mann wurde mit fünf zu vier Stimmen im zweiten Wahlgang gewählt. Die SPD wirft den Christdemokraten Wortbruch vor.

Im ersten Wahlgang hatte es bei einer Enthaltung noch ein Patt zwischen Barrois und dem SPD-Bewerber Matthias Egler gegeben. Im Ortsrat von Humes haben CDU und SPD jeweils vier Sitze, die AfD hat einen.

Ein Sprecher der SPD-Humes sieht in der Wahl einen Wortbruch der Christdemokraten am Werk. Die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer habe sich strikt gegen jedwede Kooperation mit der AfD ausgesprochen, in Humes aber nutzten die Christdemokraten die Rechtsaußenpartei als Steigbügelhalter. Auf Angebote der SPD, im Ortsrat zu kooperieren und sich die Position des Ortsvorstehers zeitlich zu teilen, seien die Christdemokraten im Vorfeld der gestrigen Wahl nicht eingegangen.

CDU verweist auf geheime Abstimmung

Der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Alwin Theobald verteidigte das Vorgehen seiner Parteifreunde. Von einem Kooperationsangebot der SPD sei ihm nichts bekannt. Die Wahl von Barrois sei in geheimer Abstimmung erfolgt. Demnach könne man nicht sagen, ob Barrois tatsächlich mit Hilfe der Stimme des AfD-Vertreters gewählt wurde. Theobald betonte, dass es auch im Ortsrat von Humes keinerlei Kooperation mit der AfD geben werde.

Ortsvorsteher Barrois bestätigte unterdessen, dass es ein Kooperationsangebot der SPD gegeben habe. Dem SR sagte er, dass er darauf nicht eingegangen sei. Die Bevölkerung habe nach 40 Jahren SPD einen Wechsel gewollt. Den Sozialdemokraten sei es mit dem Kooperationsangebot lediglich um den eigenen Machterhalt gegangen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 14.08.2019 berichtet.

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