Firmenschild mit Logo von Huawei (Foto: picture alliance/dpa | Marius Becker)

Huawei will Standort im Saarland eröffnen

Karin Mayer   14.05.2021 | 15:50 Uhr

Huawei will in Saarbrücken ein Forschungslabor ansiedeln. Geplant ist nach Angaben eines Sprechers ein Forschungslabor mit maximal zehn Mitarbeitern. Huawei ist ein chinesischer Telekommunikationskonzern und gilt als umstritten.

Für Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ist die Huawei-Ansiedlung eine gute Sache. Der Standort soll sich mit den Themen Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit beschäftigen. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es, man wolle auch mit Experten aus Forschung und Wirtschaft zusammenarbeiten.

Dem SR sagte Hans, das Land habe über längere Zeit Gespräche mit Huawei geführt.

DFKI-Chef: kritisch bleiben

Hans sieht in Ansiedlung von Huawei Chance für das Saarland
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 14.05.2021, Länge: 01:06 Min.]
Hans sieht in Ansiedlung von Huawei Chance für das Saarland

DFKI-Chef Antonio Krüger sagte dem SR, die Bundesregierung habe ein ambivalentes Verhältnis zum chinesischen Konzern. Deshalb habe das DFKI alle geplanten Kooperationen mit Huawei auf Eis gelegt. Auch nach der Ansiedlung von Huawei in Saarbrücken müsse man kritisch bleiben.

Bei Menschenrechten dürfe es keine Kompromisse geben, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu Überwachungszwecken lehnte er ab. Forschungskooperationen mit Huawei seien allerdings im Bereich Industrie 4.0 oder autonomes Fahren denkbar.

Weltweit 197.000 Mitarbeiter

Huawei ist ein privates Unternehmen. Es wurde im Jahr 1987 gegründet und beschäftigt weltweit 197.000 Mitarbeiter. 53 Prozent der Beschäftigten sind nach Unternehmensangaben im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt.

Huawei ist nicht börsennotiert, die Anteile werden nur an Mitarbeiter erkauft. Derzeit halten circa 105.000 Menschen Anteile des Unternehmens. Huawei hat in Deutschland 2000 Mitarbeiter, davon 1000 am Hauptsitz Düsseldorf. Insgesamt hat Huawei 18 Standorte in Deutschland.

Das Forschungslabor im Saarland soll in der zweiten Jahreshälfte 2021 in der Nähe der Saar-Universität eröffnet werden.

Prüfung durch BND

Huawei wird in Deutschland beim Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G nicht komplett ausgeschlossen, für eine Zusammenarbeit soll es aber hohe Hürden geben. Der BND soll beispielsweise prüfen, ob die Technologie dafür genutzt werden kann, um Staaten auszuspionieren.

DFKI: "Man darf nicht naiv sein und muss jede Kooperation auf den Prüfstein legen"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 14.05.2021, Länge: 04:33 Min.]
DFKI: "Man darf nicht naiv sein und muss jede Kooperation auf den Prüfstein legen"

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 14.05.2021 berichtet.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, Huawei sei ein chinesischer Staatskonzern. Richtig ist: Es ist ein privates Unternehmen.

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