Leere und halbleere Gläser stehen auf dem Tisch eines Restaurants. An einem Bierglas hängt eine OP-Maske. (Foto: IMAGO / Sabine Gudath)

Saar-Gastronomen fürchten um ihre Existenz

  06.01.2022 | 17:08 Uhr

Bei den Hotels und Gaststätten im Saarland sind die Umsätze 2021 im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 im Durchschnitt um über 40 Prozent eingebrochen. Vor allem die Einschränkungen durch die Corona-Verordnungen haben den Unternehmern zu schaffen gemacht. Mehr als die Hälfte bangt um ihren Betrieb.

Die Umsatzverluste bei Hotels und Restaurants sind sowohl bundesweit als auch im Saarland drastisch. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) hervor. 56,5 Prozent der saarländischen Hoteliers und Gastronomen sehen ihren Betrieb aktuell in seiner Existenz gefährdet.

Weihnachtsgeschäft weggebrochen

Bereits im November waren die Umsätze im Vergleich zum November des letzten Vor-Corona-Jahres 2019 im Saarland um 31 Prozent eingebrochen, im Dezember betrug das Minus 53 Prozent. Nun fiel auch noch das für Gastronomen besonders wichtige Weihnachts- und Silvestergeschäft fast vollständig weg. Im Gesamtjahresvergleich beträgt der Umsatzverlust 43 Prozent im Saarland, gegenüber 41 Prozent im Bundesdurchschnitt.

Das größte Problem sehen die saarländischen Betreiber dabei der Dehoga-Umfrage zufolge in den aktuell geltenden Einschränkungen (76,8 Prozent). Dahinter folgen abgesagte Veranstaltungen (68,4 Prozent), fehlende Nachfrage (55,8 Prozent) und Problemen bei der Gewinnung von Mitarbeitern (43,2 Prozent). Bemängelt werden auch die nicht ausreichenden staatlichen Hilfen (33,7 Prozent).

Hohrath: Eindruck bestätigt

„Uns haben diese Zahlen nicht überrascht“, sagte Frank Hohrath, Hautgeschäftsführer des Dehoga Saar, dem SR. „Wir sind eigentlich darin bestätigt, was wir von den Mitgliedern hören.“ Das Jahr 2021 sei von den Einschränkungen geprägt gewesen, auch sonst hätten sich die Kunden sehr stark zurückgenommen.

Ein Problem sieht Hohrath auch darin, dass die November- und Dezemberhilfen, die es 2020 noch gab, 2021 fehlten. „Die haben die Leute durch die typische Saure-Gurken-Zeit Januar bis April gebracht.“ Bei der jetzigen Überbrückungshilfe, für die man sehr dankbar sei, seien die Fixkosten auf 90 Prozent reduziert – statt zuvor 100 Prozent. Anfang Dezember hatte der Dehoga schon staatliche Hilfen wie 2020 gefordert.

Warten auf die Politik

Außerdem verlange die Arbeitsagentur beim Antrag auf Kurzarbeit inzwischen belastbare Zahlen als Begründung und lehne auch Anträge mit Verweis auf das Betriebsrisiko im Hotel- und Gastro-Bereich ab.

80 Prozent der Betriebe, so Hohrath, seien verhalten bis pessimistisch in das neue Jahr gestartet. Jetzt warte man mit Sorge auf die Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag, warnt vor neuen Maßnahmen und fordert Nachbesserungen. „Wir haben echt Schiss vor den nächsten Monaten.“

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.01.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja