"Gast-Los!" steht auf einem Schild neben dem Logo des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e.V. (DEHOGA)  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Paul Zinken)

Hotels warten weiter auf Öffnungsperspektive

Martin Brinkmann / Onlinefassung: Axel Wagner   09.03.2021 | 20:20 Uhr

Während die neue Corona-Verordnung für Handel und Kultur zumindest vorsichtige Lockerungen mit sich bringt und auch die Außengastronomie hoffen darf, warten Beherbergungsbetriebe weiter auf eine Öffnungsperspektive. Die Stimmung bei vielen Hoteliers im Saarland ist im Keller. Der Dehoga fürchtet eine Pleitewelle im Sommer.

Im Landhotel Saarschleife in Orscholz steigen traditionell eigentlich viele Feriengäste ab. Für sie bleibt die Tür aber auch weiterhin auf unbestimmte Zeit verschlossen. Nur Geschäftsreisende dürfen derzeit übernachten, doch sie machen in normalen Zeiten nur einen geringen Teil des Umsatzes aus. Damit lässt sich das Haus auf Dauer nicht führen.

Noch keine Perspektive für Hoteliers
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 09.03.2021, Länge: 02:25 Min.]
Noch keine Perspektive für Hoteliers

Enttäuschung über Vereinbarungen

„Es ist schwierig, weil alles unplanbar ist“, sagt Hotelbetreiberin Vanessa Buchna. Derzeit schiebe das Hotel Buchungen vor sich her. „Wir haben Stammgäste, da haben wir den Aufenthalt schon viermal verschoben. Die Mitarbeiter fragen, wann sie wieder kommen dürfen.“

Die Enttäuschung in der Branche über die jüngsten Vereinbarungen der Ministerpräsidentenkonferenz ist groß, zumal im Landhotel Saarschleife wie in vielen anderen Betrieben auch viel Geld in neue Lüftungsanlagen und Hygienekonzepte investiert wurde. „Es ist so perspektivlos“, sagt Buchna. „Das Licht am Ende des Tunnels fehlt uns.“

Laufende Kosten bleiben

Zudem gibt es laufende Kosten, die nicht herunterzufahren sind. Man könne in den 40 Zimmern nicht einfach die Heizung ausmachen, so Buchna. „Wir haben Pflanzen, die gepflegt werden müssen, und sobald die Tür aufgeht, wollen wir ja auch ein Haus haben, das funktioniert. Da können wir nicht sagen: Wir lassen hier alles verkommen.“ Das würde das Geschäft in der Krise noch zusätzlich belasten.

Bei etlichen Betrieben stellt sich indes die Frage, ob sie nach der Pandemie überhaupt noch auf dem Markt sind. Michael Buchna, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) im Saarland, befürchtet eine Pleitewelle. „Wir haben schon viele verloren, die jetzt ihr Gewerbe aufgegeben haben.“

Insolvenzen im Sommer erwartet

Die derzeitige Insolvenzregelung verschiebe das Problem nur auf die Monate Mai, Juni und Juli, ist sich Michael Buchna sicher. „Dann wird sicherlich ein großes Erwachen sein. Davor fürchte ich mich sehr.“

Die mögliche spätere Bewirtung im Außenbereich ist da auch keine echte Perspektive. Für Hotelbetreiberin Vanessa Buchna bleibt nur die Hoffnung auf einen guten Sommer. „Es hat sich jetzt gezeigt, dass die Leute zu uns kommen wollen. Bei uns ist es sicher. Wir haben ein Hygienekonzept. Wir haben Mitarbeiter, die trotz aller Auflagen freundlich sind.“

Für die Tourismusbranche bleibt Corona eine große Herausforderung.

Über dieses Thema berichtet auch der „aktuelle bericht“ am 09.03.2021.

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