Arzt sitzt vor einem Laptop (Foto: picture alliance/Monika Skolimowska/dpa)

Honorarkürzung bei saarländischen Arztpraxen

mit Informationen der dpa   19.10.2019 | 09:54 Uhr

Rund 200 saarländische Ärzte und Psychotherapeuten müssen mit Honorareinbußen rechnen, weil sie ihre Praxen noch nicht an die neue Datenautobahn für das Gesundheitswesen angeschlossen haben. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) kürzt ihnen deswegen, wie gesetzlich vorgegeben, das Honorar für das erste und zweite Quartal um ein Prozent.

Durchschnittlich verzeichnet eine Hausarzt-Praxis im Saarland nach KV-Angaben etwa 50.000 Euro Umsatz pro Quartal. Die Kürzung liegt also umgerechnet bei etwa 500 Euro.

Im Saarland haben sich der KV zufolge bereits rund 80 Prozent der 2150 Praxen an die neue digitale Infrastruktur im Gesundheitswesen anschließen lassen. Bundesweit seien es etwa mehr als 60 Prozent. Ziel der digitalen Vernetzung ist es, langfristig alle Daten eines Patienten in einer einzigen elektronischen Gesundheitskarte zusammenzuführen.

Kritiker warnen vor Ausverkauf der Daten

Kritiker wie der Verein "Digitale Gesellschaft e.V." warnen vor einem "Ausverkauf der Gesundheitsdaten" und Sicherheitslücken in der Infrastruktur.

KV-Vorstand Gunter Hauptmann sagte, der Datenschutz müsse "natürlich hoch gesteckt werden". Er sieht im Saarland allerdings nur "ganz wenige fundamentale Verweigerer". Eher handle es sich bei denen, die sich nicht angeschlossen hätten, um ältere Hausärzte am Ende ihres Berufslebens. Für die lohne es sich einfach nicht mehr, die gesamte EDV-Anlage auf einen neuen Stand zu bringen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.10.2019 berichtet.

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