Ein Schild mit der Aufschrift "Erdgas" dient als Markierung für den unterirdischen Verlauf einer Erdgasleitung. (Foto: picture alliance/dpa | Stefan Sauer)

Gasumlage wird ab Oktober rund 2,4 Cent betragen

Thomas Braun   15.08.2022 | 12:39 Uhr

Die ab Oktober fällige Gasumlage wird bei 2,419 Cent pro Kilowattstunde liegen. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bedeuten das monatliche Mehrkosten von rund 40 Euro - ohne Mehrwertsteuer.

Ab dem 1. Oktober wird bundesweit für alle Gaskunden eine einheitliche Gasbeschaffungsumlage fällig. Sie beträgt zum Start 2,419 Cent pro Kilowattstunde. Diese Berechnung legte das Gemeinschaftsunternehmen der Gas-Netzbetreiber, Trading Hub Europe, am Montag vor.

Hälfte der saarländischen Haushalte betroffen

Im Saarland trifft diese Umlage etwa die Hälfte aller Privathaushalte. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes heizen 46,7 Prozent der saarländischen Haushalte mit Gas. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeuten das monatliche Mehrkosten von rund 40 Euro.

Was passiert mit der Mehrwertsteuer?

Nicht eingerechnet bei den Mehrkosten die Mehrwertsteuer. Bundesfinanzminister Christian Lindner hat sich an die EU-Kommission gewandt und um eine Ausnahme gebeten, so dass Deutschland auf die staatliche Umlage keine Steuer erheben muss. Sollte die Steuer doch fällig werden, plädiert die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger dafür, dass diese Steuermehreinnahmen über ein monatliches Energiegeld an einkommensschwache Gruppen ausgeschüttet werden.

Reaktionen auf die Gasumlage
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 16.08.2022, Länge: 02:56 Min.]
Reaktionen auf die Gasumlage

Gasumlage soll höhere Beschaffungskosten ausgleichen

Die Einnahmen aus der Gas-Beschaffungsumlage werden zum schnellen Ausgleich von 90 Prozent der teuren Ersatz-Beschaffungskosten der Importeure für ausgefallene russische Lieferungen verwendet. Die Bundesregierung hatte eine entsprechende Regelung auf den Weg gebracht, die pro Kilowattstunde für Haushalte und Industrie gleich sein soll - unabhängig vom Versorger.

Die Höhe wird jeweils für drei Monate festgesetzt und dann neu berechnet. Erstmals wird sie zum 1. Oktober erhoben, die erste Anpassung ist zum 1. Januar 2023 möglich.

Weitere Umlage wird im Laufe der Woche bekannt gegeben

Zusätzlich zu dieser Gas-Beschaffungsumlage wird auch eine Gas-Speicherumlage eingeführt. Damit sollen die Kosten ersetzt werden, die zum Füllen der Gasspeicher entstehen. Deren Höhe soll im Laufe der Woche bekannt gegeben werden. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet laut einem Bericht des Spiegels bei dieser Speicher-Umlage aber nicht mit relevanten Mehrkosten für die Verbraucher.

Die neue Gasumlage wird direkt von dem jeweiligen örtlichen Versorgern eingezogen. Wie mehrere Gasversorger im Saarland dem SR zuvor bereits bestätigten, werden sie ihre Kunden zeitnah schriftlich informieren.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 15.08.2022.

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