Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser. Unterspültes Haus mit beschädigtem Auto in der Stadt Marienthal, Landkreis Ahrweiler. (Foto: IMAGO / Hannes P. Albert)

Wasser- und Mobilfunkversorgung lückenhaft

mit Informationen von Marc-André Kruppa   19.07.2021 | 20:16 Uhr

In den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist die Versorgung mit Leitungswasser und Mobilfunk weiterhin teilweise lückenhaft. Weitere saarländische Helfer sind am Montag mit Sachspenden in der Eifel angekommen.

Die Freiwillige Feuerwehr Sulzbach ist am Montag ins Katastrophengebiet in der Eifel aufgebrochen. Für ihren Einsatz im nordrhein-westfälischen Blankenheim nahe Euskirchen haben sie fast 100 Tonnen gesammelte Sachspenden dabei - aus dem Saarland und der Pfalz.

Am Montagnachmittag machten sich auch drei Sattelzüge der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen in den schwer getroffenen rheinland-pfälzischen Kreis Ahrweiler auf, um die Bevölkerung vor Ort mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Kleidung und Betten zu versorgen. Nach Angaben des Sprechers Torsten Milkovic handelt es um circa 50 bis 60 Tonnen an Hilfsgütern.

Video [aktueller bericht, 19.07.2021, Länge: 3:11 Min.]
THW-Ortsbeauftragter Klein sieht Lage in Ahrweiler weiter angespannt

Die meisten Helfer aus dem Saarland sind im Katastrophengebiet mit der Wasserversorgung und mit Aufräumarbeiten beschäftigt, sagte Manfred Rippel, Präsident des Landesfeuerwehrverbands. Aufgrund der vielen Todesopfer müssten einige Feuerwehrleute vor Ort seelisch betreut werden. Rippel betonte im SR-Interview, dass derzeit keine Sachspenden mehr für die Katastrophengebiete angenommen werden können, weil alle Lager voll seien.

Auch Strom und Diesel Mangelware

Allein im Kreis Ahrweiler ist mittlerweile die Zahl der Toten auf 117 gestiegen. Mindestens 749 Personen sind durch die Fluten verletzt worden, teilt die Polizei Koblenz mit. Die Zahl der Vermissten sei weiterhin unklar.

Mit dem Hilfs-Konvoi in die Eifel um zu helfen
Audio [SR 3, Interwie: Simin Sadeghi/Marc-Andre Kruppa, 19.07.2021, Länge: 02:37 Min.]
Mit dem Hilfs-Konvoi in die Eifel um zu helfen

Außerdem sind rund um Ahrweiler die Wasser- und Gasversorgung immer noch lückenhaft. Häufig steht zudem kein Strom zur Verfügung. An einigen Tankstellen wird auch der Diesel knapp.

In den nicht so stark von den Fluten getroffenen Regionen in der Eifel gebe es laut rheinland-pfälzischem Umweltministerium weniger Probleme. Dort sei durch das Hochwasser in erster Linie verkeimtes Wasser in Brunnenschächte eingedrungen, so der Staatssekretär Erwin Manz im SWR. Durch eine vorübergehende stärkere Chlorung könne man das Trinkwasser so aufbereiten, dass es genießbar sei. Auch eine Reinigung der Anlagen sei möglich.

Funkstationen abgeschnitten

Auch das Mobilfunknetz in den betroffenen Gebieten weist laut der Nachrichtenagentur AFP noch immer Lücken auf. Der größte deutsche Mobilfunkanbieter Vodafone erklärte am Montag, dass noch ein Sechstel der Funkstationen vom Netz abgeschnitten sei. Viele Standorte seien vom Hochwasser stark beschädigt oder völlig zerstört worden. Vodafone äußerte sich hoffnungsvoll, dass eine Grundversorgung im gesamten Katastrophengebiet noch in der laufenden Woche wiederhergestellt werden könne.

Video [aktueller bericht, 19.07.2021, Länge: 2:51 Min.]
Sachspendenlager nach Hochwasserkatastrophe voll

Über dieses Thema haben auch die Sendungen "Region am Nachmittag" auf SR 3 und "Hallo Saarland" auf SR 1 am 19.07.2021 berichtet.


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