Feuerwehrleute gehen in dem Dorf im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter mit Hochwasser durch den Schutt.  (Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Viele Sachspenden für Hochwasseropfer

  18.07.2021 | 21:24 Uhr

Nach der Hochwasserkatastrophe sind auch am Sonntag die Aufräumarbeiten fortgesetzt worden. Die Spendenbereitschaft der Menschen ist so groß, dass inzwischen schon keine Sachspenden mehr angenommen werden können.

In den Unwettergebieten sind die Aufräum- und Hilfsaktionen auch am Sonntag fortgesetzt worden. Das Saarland hat am Wochenende weitere Helfer in die Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz entsendet. Laut Innenministerium haben die saarländischen Feuerwehren und Hilfsorganisationen bislang über 300 Kräfte ins Nachbarbundesland geschickt.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 18.07.2021, Länge: 4:27 Min.]
Saarländische Helfer im Einsatz nach Unwetter

Geld- statt Sachspenden

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hat die Saarländerinnen und Saarländer zudem gebeten, die Hochwasseropfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu weiter zu unterstützen. Allerdings seien Sachspenden derzeit ausreichend vorhanden. Die Lager seien überfüllt. Es wäre wünschenswert, wenn die Betroffenen in anderer Form unterstützt werden könnten. Bouillon verwies u.a. auf Spendenkonten von verschiedenen Organisationen.

116 Tote in Rheinland-Pfalz

Inzwischen ist die Zahl der Todespfer in Rheinland-Pfalz auf 116 gestiegen. Das bestätigte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Sonntagabend. Lewentz geht davon aus, dass nach der Flut-Katastrophe im Kreis Ahrweiler noch mehr Tote gefunden werden, "weil wir jetzt anfangen, Keller leer zu pumpen", sagte er im SWR.

Auch im ebenfalls stark betroffenen Kreis Trier sind am Sonntag die Aufräumarbeiten fortgesetzt worden. Erste Anwohner konnten bereits am Samstag zurück in ihre Häuser. Der Stadt zufolge gibt es rund 670 Gebäude, bei denen im Keller und Erdgeschoss fast alles zerstört wurde. Am Samstag hatten Statiker alle überfluteten Gebäude in Augenschein genommen, einige wurden daraufhin aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Auch Hochwasser in Bayern und Sachsen

Auch Teile von Bayern und Sachsen wurden inzwischen von schweren Überschwemmungen getroffen. Vielerorts mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden. Der Landkreis Berchtesgadener Land rief den Katastrophenfall aus. Mindestens eine Person kam ums Leben.

Falschmeldungen über Dammbruch

Im Kreis Ahrweiler gab es am Samstag massive Probleme durch ein Gerücht, dass ein Damm gebrochen sei. Menschen seien mit Megaphonen durch die Straßen gefahren und hätten dieses Gerücht verbreitet, teilte der Kreis mit. Es handele sich aber um eine Falschinformation, es sei kein Damm gebrochen. Allerdings droht an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen in NRW tatsächlich ein Dammbruch. Dort bleibt die Situation angespannt.

Katastrophentouristen behindern Arbeiten

Probleme machen in den Gebieten auch Katastrophentouristen. Ein Sprecher der Stadt Trier sagte dem SWR, diese würden sich den Anweisungen der Polizei widersetzen und die Einsatzkräfte behindern. Er appellierte an alle, die nicht zwingend müssen, nicht in die Katastrophengebiete zu kommen. In und um Trier-Ehrang kam es am Samstag zu Staus. Auch in Irrel im Eifelkreis Bitburg-Prüm gab es ein Verkehrschaos, dort allerdings, weil nach einem Aufruf der Feuerwehr Helfer aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren.

Spenden

Zahlreiche Aktionen
Hier finden Sie Spendenkonten und Hilfsaktionen
Autos weggespült wie Spielzeug, Straßen meterhoch voll Schlamm und Geröll, Häuser durch die Wassermassen zerstört - die Hochwasserkatastrophe stellt die Betroffenen vor massive Probleme. Viele wollen gerne helfen. Dazu wurden diverse Spendenkonten eingerichtet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 17.07.2021 berichtet.

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