Zugewucherte Gleise der Hochwaldbahn (Foto: SR)

Rückbau der Hochwaldbahn beschlossen

Tina Leistenschneider / mit Informationen von Stephan Deppen   21.01.2020 | 16:44 Uhr

Im Nordsaarland werden die Gleise der Hochwaldbahnen abgebaut. Das hat das Saarländische Verkehrsministerium genehmigt und seine Entscheidung begründet. Grünen-Landeschef Markus Tressel fordert ein Rückbau-Moratorium.

Die Genehmigung des saarländischen Verkehrsministeriums für den Rückbau kommt nicht überraschend und beendet vermutlich den Streit um die alte Bahntrasse. Denn seit Jahren steht der Entschluss von Kommunen, Landkreis Sankt Wendel und Land fest, die Trasse zu einem Fahrradweg umzubauen. Anders als bei anderen stillgelegten Bahnstrecken im Saarland sei eine Reaktivierung der Strecke unwirtschaftlich, der geplante Radweg aber touristisch bedeutsam und zusätzlich vom Bund finanziell gefördert, heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums.

Video [aktueller bericht, 21.01.2020, ab Minute: 14:20]
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Im Vorfeld hätten zudem alle Beteiligten, darunter die Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald und der Förderverein Bahn und Rad, die Gelegenheit gehabt, ihre Einwände in Stellungsnahmen abzugeben.

Kritik an Genehmigung

Die Interessengemeinschaft Nationalparkbahn und die Plattform Mobilität sehen die Genehmigung kritisch. Es gehe nicht um wirtschaftlich erfolgreichen Taktverkehr mit der Bahn, sondern um die touristische Erschließung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Und der favorisierte Radweg könne problemlos neben dem Gleis für den Touristenzug gebaut werden. Diese These ist auf vielen Veranstaltungen dargelegt und ebenso oft von politischer Seite zurückgewiesen worden. Die Entscheidung, die Trasse für die Bahn aufzugeben, so die Plattform Mobilität, sei weder logisch noch ökologisch, sondern rein politisch.

Tressel für Reaktivierung

Der Grünen-Landeschef Markus Tressel fordert ein Rückbau-Moratorium: „Wer die Gleise herausreißt, konterkariert alle Reaktivierungschancen“, sagt der saarländische Bundestagsabgeordnete. „Verkehrsministerin Rehlinger muss nun zumindest ein Rückbau-Moratorium verhängen und darf ab sofort keine neuen Genehmigungen mehr erteilen“, teilt Tressel mit. Den Rückbau des Streckenabschnitts bezeichnet er als einen „massiven Fehler, der auch zu Lasten kommender Generationen geht“.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 21.01.2020 berichtet.

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