Münzen und Euroscheine (Foto: dpa/Tobias Hase)

Corona-Hilfe für den Mittelstand

Thomas Braun   08.04.2020 | 06:49 Uhr

Nach der Soforthilfe für Kleinstunternehmer und Solo-Selbständige hat das Saarland nun auch Hilfen für die mittelgroßen Betriebe beschlossen. Je nach Unternehmensgröße soll es auf Antrag zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro Zuschuss geben.

Das vom Ministerrat am Dienstag beschlossene Programm sei als direkter, nicht zurückzahlbarer Zuschuss für Betriebe mit elf bis 100 Mitarbeitern gedacht, die durch die Corona-Krise in existenzielle Not geraten seien, sagte die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) am Dienstag in Saarbrücken. Insgesamt 82 Millionen Euro aus eigenen Mitteln hat das Land dafür eingeplant.

Weitere Wirtschaftshilfen für den Mittelstand (07.04.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 07.04.2020, Länge: 02:37 Min.]
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Anträge nach Ostern verfügbar

Saarländische Soforthilfe - jetzt auch für den Mittelstand
Audio [SR 3, Karin Mayer, 07.04.2020, Länge: 02:54 Min.]
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Die Zuschüsse sollen gestaffelt sein. Betriebe mit elf bis 24 Mitarbeitern sollen auf Antrag 15.000 Euro bekommen, Betriebe mit 25 bis 49 Beschäftigten 20.000 Euro und Unternehmen mit 50 bis 100 Beschäftigten 25.000 Euro.

An der genauen Ausgestaltung des Programmes und dem Online-Antragsverfahren müsse aber noch gearbeitet werden. "Wir werden in der Woche nach Ostern in der Lage sein, den Antrag online zustellen", sagte Rehlinger.

Kein Ausgleich von Umsatzeinbußen

Rehlinger betonte aber noch einmal, dass es - wie bereits bei dem ersten Hilfsprogramm - darum gehe "existenzielle Nöte" zu vermeiden. "Worum es nicht geht: Jeden Umsatzrückgang, jede Umsatzeinbuße auch auszugleichen", so Rehlinger. Auch wenn man das sicherlich gerne würde - es würde sowohl das Land, als auch den Bund überfordern.

Der Ausnahmezustand für Geschäfte dauert an (07.04.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 07.04.2020, Länge: 02:32 Min.]
Der Ausnahmezustand für Geschäfte dauert an (07.04.2020)

Das Hilfsprogramm halte Rehlinger für dringend nötig: "Es geht hier auch darum, dass wir mit dieser Krise ohnehin schon in einer schwierigen Situation sind, aber wir in vielen Bereichen der saarländischen Wirtschaft schon eine hohe Vorbelastung hatten, durch verschiedene Strukturprobleme."

Demnach müsse im Saarland möglicherweise noch mehr getan werden als in anderen Bundesländer, so Rehlinger, "um am Ende dieser Krise auch mindestens genauso gut wieder heraus und zuvor zu kommen." Das Ganze werde auch stichprobenartig überprüft werden. "Wir wollen auf der einen Seite unbürokratisch sein, auf der anderen Seite aber auch verhindern, dass es zu Missbräuchen kommt", so Rehlinger.

Strobel: An den "Grenzen unseres Machbaren"

Finanzminister Peter Strobel (CDU) sagte, dass das Saarland mit dem Sondervermögen Zukunftsinitiative ein flexibles Instrument habe, das man nun in dieser Ausnahmesituation nutze könne. "Wir gehen damit an die Grenzen unseres Machbaren", so Strobel. Gleichzeitig warf er ein, dass man nicht flächendeckend helfen könne: "Unternehmen, die schon vorher Probleme gehabt haben, die gibt es auch, die werden wir vielleicht auch nicht alle retten können. Da muss man ehrlich sein. Wir fokussieren uns darauf, den Unternehmen eine Überbrückung zu geben, so dass sie im Rahmen ihrer Selbstheilungskräfte danach wieder vernünftig arbeiten können", so der Finanzminister.

Positive Reaktionen aus der Wirtschaft

Die Saar-Wirtschaft begrüßt die neuen Soforthilfen. Der Landesverband Einzelhandel und Dienstleistung erklärte, es sei wichtig, dass auch Unternehmen mit elf Mitarbeitern und mehr vom Land unterstützt würden. Auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga bewertete das Programm positiv. Allerdings seien die Zuschüsse für viele Betriebe zu gering.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 08.04.2020.7

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