HIL (Foto: SR)

Ausbau-Pläne für HIL-Werk in St. Wendel

mit Informationen von Carolin Dylla   18.11.2020 | 11:42 Uhr

Das Werk der Heeresinstandsetzungslogistik der Bundeswehr (HIL) in St. Wendel soll in den kommenden Jahren erweitert werden. Ein Ausbildungs- und Kompetenzzentrum plus Infrastruktur soll insgesamt 40 Millionen Euro kosten und bis zu 160 Arbeitsplätze bringen. Die Politik vor Ort begrüßt die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums.

HIL-Werk in St. Wendel soll ausgebaut werden
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 18.11.2020, Länge: 00:50 Min.]
HIL-Werk in St. Wendel soll ausgebaut werden

Spezialisierung und Stärkung: So könnte man die Nachricht in zwei Worten zusammenfassen. So zumindest sieht es der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende der HIL, Matthias Moseler. 

Das Bundesverteidigungsministerium plane langfristig, nur zwei von aktuell drei HIL-Standorten zu erhalten – einer davon ist St. Wendel. Laut Betriebsratschef Moseler soll der künftig zentral für die Ketteninstandsetzung zuständig sein – also zum Beispiel die Reparatur von Panzern. Dadurch würden 160 neue Jobs geschaffen. Zudem soll die Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr in St. Wendel neu gebaut werden. Die angekündigten Investitionen in Höhe von 40 Millionen Euro sollen vor allem in den Bau einer neuen Halle fließen.

Zusammenarbeit mit wehrtechnischen Firmen

St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU) begrüßte die Entscheidung der Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Es sei ein wichtiges Signal für die Beschäftigten und biete eine sichere Zukunftsperspektive für das Werk mit seiner Ausbildungswerkstatt. Das HIL-Werk sei einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Kreisstadt und daher von großer Bedeutung. Ähnlich äußerte sich auch Landrat Udo Recktenwald (CDU). Das HIL-Werk gehöre "unverzichtbar" zur Kreisstadt St. Wendel.

Aus Sicht der St. Wendeler CDU-Bundestagsabgeordneten Nadine Schön ist das HIL-Werk in St. Wendel mit der Entscheidung künftig stärker ausgelastet und kann effizienter arbeiten. Laut Schön sollen 25 der 40 Millionen Euro an Infrastruktur-Investitionen vom Bund kommen. Für den SPD-Bundestagsabgeordneten Christian Petry bietet die Entscheidung eine Chance, auch die Zusammenarbeit mit anderen wehrtechnischen Firmen im Kreis zu stärken; zum Beispiel mit Krauss-Maffei Wegmann in Freisen.

Grüne fordern Reaktivierung von Gleisanschluss

Im Zuge der geplanten Erweiterung des HIL-Werks fordern die St. Wendeler Grünen eine Reaktivierung des vor circa eineinhalb Jahren abgebauten Gleisanschlusses. Diese Maßnahme diene der Zukunftsfähigkeit des Werks und verhindere steigende Belastungen der Anwohner.

Denn mit dem neuen Ausbildungs- und Kompetenzzentrum rechnen die Grünen mit zusätzlichen Transporten vom und zum Werk. Sie wollen verhindern, dass die Anwohner der Zulaufstrecken vor allem in Oberlinxweiler mit weiteren Schwertransporten belastet werden. Der Transport von Panzern und schweren militärischen Geräten müsse auf der Schiene erfolgen und nicht auf der Straße, so der Grünen-Politiker Sören Bund-Becker.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.11.2020 berichtet.

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