Panzer im HIL Werk St. Wendel (Foto: SR)

HIL: Diskussion um Berater-Finanzierung

Christoph Grabenheinrich   19.04.2018 | 16:30 Uhr

Die 42 Millionen Euro für Beratungsleistungen beim geplanten Verkauf der Heeresinstandsetzungslogistik des Bundes (kurz HIL) gehen finanziell zu Lasten der HIL. Bislang war das vom Verteidigungsministerium anders dargestellt worden. Der Unmut im St. Wendeler HIL-Werk ist deshalb groß.

Die drei Panzerwerkstätten des HIL - eine davon in St. Wendel - sind zum Verkauf ausgeschrieben. Dafür wurden vom Ministerium Beraterverträge an Anwälte und Wirtschaftsprüfer in Höhe von 42 Millionen Euro vergeben.

Weil das ohne öffentliche Ausschreibung geschah, hat der Betriebsratsvorsitzende Matthias Moseler Anzeige gegen zwei Ministerialbeamte erstattet, er vermutet Untreue und Korruption. Nun ist bekannt geworden, dass die Beraterverträge auch noch direkt zu finanziellen Lasten der Werke gehen, das Geld für die Anwälte wird aus der HIL gezogen.

Anfrage im Bundestag unbeantwortet

Video [aktueller bericht, 19.04.2018, Länge: 3:04 Min.]
HIL muss für Berater zahlen

Laut Angaben des HIL-Betriebsratsvorsitzenden Moseler hatte das Verteidigungsministerium aber stets betont, das Geld dafür käme aus einem Sondertopf. Das sei mehrfach im Verteidigungsausschuss des Bundestags so dargestellt worden. Dass die Summe nun doch aus den Werken gezogen wird, schade diesem direkt. Nötige Investitionen unterblieben, weniger Instandsetzungsaufträge würden erteilt. Statt Mechaniker zu bezahlen, würden Anwälte finanziert.

Es sei ein nicht nachvollziehbares Trauerspiel zu Lasten des Hil-Werkes in St. Wendel, erklärte die Saar SPD. Sie will Antworten von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Eine schriftliche Anfrage des SPD-Bundestagsabgeordneten Christian Petry bleibt aber seit Wochen unbeantwortet.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 19.04.2018 berichtet.  

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