Arabischunterricht (Foto: dpa)

Herkunftssprachlicher Unterricht im Saarland

  02.08.2018 | 11:57 Uhr

Ab September wird an ausgewählten saarländischen Schulen freiwilliger Unterricht in russisch, türkisch, arabisch und italienisch angeboten. Bildungsminister Commerçon (SPD) bezeichnete dieses Angebot als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Auch Lisa Brausch vom SLLV unterstützt die Neuerung, stellt allerdings die Frage nach geeigneten Lehrkräften.

Studiogespräch: "Es ist ein Schatz, den man heben und pflegen möchte"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger/Uwe Jäger, 02.08.2018, Länge: 03:10 Min.]
Studiogespräch: "Es ist ein Schatz, den man heben und pflegen möchte"

In zwei Wochenstunden soll ab September herkunftssprachlicher Unterricht in vier Sprachen angeboten werden. Bislang gab es Konsulatsunterricht in italienisch und türkisch, der allerdings nicht unter staatlicher Aufsicht stand. "Ich finde, Unterricht für Kinder muss unter staatlicher Aufsicht stattfinden. Deswegen bieten wir das künftig in unseren Schulen als Ministerium selbst an", erklärte Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) im Rahmen seines Sommergesprächs. Das Land stellt künftig also das Personal und gibt die Lerninhalte vor.

In den vergangenen Monaten sei geprüft worden, welche Lehrerinnen und Lehrer schon über entsprechende Sprachausbildungen verfügen. Insbesondere den Bewerbern für arabisch fehle bislang eine zusätzliche pädagogische Fortbilung, die aber nachgeholt werde.

Geeignetes Personal vorhanden?

Commerçon betonte, der Sprachunterricht richte sich nicht nur an fremdsprachige Kinder und Jugendliche, sondern stehe prinzipiell allen offen. Daher werde man zu Beginn des neuen Schuljahres abfragen, wie viele Kinder teilnehmen wollen und entsprechend planen.

Lisa Brausch vom Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV), bewertet das Angebot grundsätzlich positiv: "Es ist besser, wenn der Unterricht in staatlicher Hand liegt und nach Lehrplan stattfindet und so auch kontrolliert werden kann." Allerdings, so Brausch im aktuellen bericht, stelle sich die Frage, ob das geeignete Personal vorhanden sei. Das werde man sehen.

Nach Angaben des Ministeriums werden derzeit etwa 12.000 Kinder und Jugendliche aus anderen Ländern an saarländische Schulen unterrichtet. Alleine 4500 kommen aus Syrien.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht am 1. August berichtet.

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