Kraftwerk Fenne  (Foto: picture alliance / blickwinkel/A. Krieger | A. Krieger)

Fenne soll gegen Entschädigung stillgelegt werden

mit Informationen von Karin Mayer   14.07.2021 | 20:03 Uhr

Das Heizkraftwerk Fenne kann voraussichtlich im Zuge des Kohleausstiegs gegen eine Entschädigung stillgelegt werden. Das hat die Bundesnetzagentur am Mittwoch entschieden. Trotz des Zuschlags ist die Stilllegung aber noch keine beschlossene Sache: Zunächst prüfen der Übertragungsnetzbetreiber Amprion und die Bundesnetzagentur, ob das Kraftwerk Fenne auch in Zukunft zur Netzstabilisierung gebraucht wird.

Bereits im April hatte das Energieunternehmen Steag das Heizkraftwerk Fenne zur vorläufigen Stilllegung angemeldet. Daraufhin ist der letzte Kohleblock im Saarland auf die Prüfliste des Netzbetreibers Amprion und der Bundesnetzagentur gewandert.

Nun hat die Bundesnetzagentur entschieden, welche weiteren Kraftwerke im Zuge des Kohleausstiegs gegen eine Entschädigung stillgelegt werden sollen. Dazu gehört auch das Heizkraftwerk Fenne, in dem aktuell nach Angaben des Energieunternehmens Steag 135 Mitarbeiter beschäftigt sind, darunter 20 in der Verwaltung.

Gute Aussichten für Mitarbeitende

Falls es zur Stilllegung kommen sollte, hätten die Mitarbeitenden Anspruch auf Anpassungsgeld, um den Abbau der Arbeitsplätze für den Doppelblock aus Modellkraftwerk und Heizkraftwerk Völklingen-Fenne sozialverträglich abzuwickeln.

Für die Beschäftigten der Kraftwerksblöcke in Fenne sind das gute Aussichten, so der Betriebsratsvorsitzende Andreas Detemple. Sie haben bei einer solchen Stilllegung Anspruch auf fünf Jahre lang Anpassungsgeld. Das gilt für Beschäftigte ab 58 Jahren.

Entscheidung steht noch aus

Jedoch steht die Entscheidung noch nicht endgültig fest. Zunächst prüfen der Übertragungsnetzbetreiber Amprion und die Bundesnetzagentur, ob das Kraftwerk Fenne auch in Zukunft zur Netzstabilisierung gebraucht wird, also systemrelevant ist.

Bisher hat die Bundesnetzagentur bereits die Standorte von Steag in Weiher und Bexbach als wichtige Reserve betrachtet. Die systemrelevanten Kraftwerke werden vom Netzbetreiber bezahlt.

Für Weiher hat Steag zuletzt die endgültige Stilllegung beantragt. Dadurch erhofft sich der Energiekonzern höhere Ausgleichszahlungen vom Netzbetreiber.

Prüfung kann dauern

Sieht der Netzbetreiber allerdings eine Systemrelevanz für die Stromversorgung, würde das Heizkraftwerk Fenne mit kleinerer Besetzung noch länger erhalten bleiben.

Das sei nicht ausgeschlossen, so Steag auf Anfrage des SR. Die Prüfung eines solchen Antrags könne bis zu einem Jahr dauern.

Insgesamt 219 Millionen Euro

Die Bundesnetzagentur hat in Deutschland elf Kraftwerke bei der dritten Auktion der Entschädigung ausgewählt. Insgesamt sollen rund 219 Millionen Euro dafür fließen. Wie viel Geld ins Saarland fließen soll, ist unklar.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 14.07.2021 berichtet.

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