Eine Hebamme untersucht eine schwangere Frau. (Foto: picture alliance/Fredrik von Erichsen/dpa)

Hebammen müssen künftig studieren

  08.11.2019 | 15:41 Uhr

Wer als Hebamme arbeiten möchte, muss in Zukunft ein Studium abschließen. Der Bundesrat hat einem entsprechenden Gesetz zugestimmt. Voraussetzung für das Studium sind eine zwölfjährige allgemeine Schulausbildung oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf.

Nach einem drei- bis vierjährigen dualen Studium zur Hebamme legen die Studenten eine staatliche Prüfung ab und erhalten einen Bachelor-Abschluss. Für die gesamte Dauer des Studiums wird eine Vergütung bezahlt.

Bisher werden Hebammen an speziellen Schulen ausgebildet. Das soll für den Übergang noch bis 2022 möglich sein. Danach soll die Ausbildung nur noch an Hochschulen stattfinden. Deutschland ändert damit als letzter EU-Mitgliedsstaat die Ausbildung der Hebammen. Im Saarland ist der neue Studiengang an der HTW Saar in Saarbrücken geplant.

Hebammenverband "freut sich sehr“

Der Saarländische Hebammenverband hatte am Donnerstag für die Akademisierung des Berufs vor der Staatskanzlei protestiert. Nur mit einem Studium hätten Hebammen zukünftig Karrierechancen und die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten. Nach der Bundesratsentscheidung verkündete die Vorsitzende Anne Wiesen kurz und knapp: „Der Saarländische Hebammenverband freut sich sehr!“

Für Ministerpräsident Tobias Hans ist der Beschluss des Bunderats ein wichtiger Schritt in der Hebammenausbildung, vor allem um auch künftig junge Menschen für den Beruf begeistern zu können. Zudem seien die Anforderungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. „Das muss sich in der Ausbildung, im Sinne der Betreuungsqualität von Frauen und Kindern, widerspiegeln“, so Hans.

Auch Gesundheitsministerin Monika Bachmann begrüßt die Entscheidung. Insbesondere das Gesundheitsministerium und Wissenschaftsressort hätten gemeinsam mit der HTW daran gearbeitet, möglichst schnell mit einer „neuen akademisierten Hebammenausbildung" beginnen zu können.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten am 08.11.2019 berichtet.

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