Der Schriftzug des Haupteigentümers HNA prangt an der Fassade des Terminals am Flughafen Hahn im Hunsrück. (Foto: picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Haupteigentümer des Flughafens Hahn vor der Pleite

  29.01.2021 | 18:43 Uhr

Der Haupteigentümer des Hunsrück-Flughafens Hahn steckt tief in einer Krise. Wie der chinesische Mischkonzern HNA am Freitag mitteilte, können Schulden nicht mehr zurückgezahlt werden.

Gläubiger haben beim Volksgericht der chinesischen Provinz Hainan ein Insolvenzverfahren und die Neuausrichtung des Unternehmens HNA beantragt. Man wolle mit dem Gericht zusammenarbeiten, heißt es vom Konzern.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie, die die Luftverkehrsindustrie besonders schwer trifft, hatte es dem hoch verschuldeten Großkonzern HNA zusätzlich erschwert, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. So gab es bereits im Jahr 2020 Gerüchte, dass die HNA-Flugzeugsparte Hainan Airlines an staatliche chinesische Fluggesellschaften verkauft werden könnte. Der Konzern hatte sich in den vergangenen Jahren mit milliardenschweren Beteiligungen weltweit schwer verschuldet.

Kein Kommentar aus Hessen und Rheinland-Pfalz

Der Hunsrück-Flughafen Hahn gehört zu 82,5 Prozent dem chinesischen Großkonzern, die restlichen 17,5 Prozent liegen beim Bundesland Hessen. Es ist der einzige größere Airport in Rheinland-Pfalz. Weder die Hahn-Geschäftsführung noch das rheinland-pfälzische Innenministerium, noch das hessische Finanzministerium wollten sich zur Schuldenkrise von HNA äußern.

Coronabedingt gleicht das Hahn-Passagierterminal gegenwärtig einem Geisterflughafen. Die Zahl der Fluggäste stürzte im Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 80,6 Prozent auf 16.172 ab, wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) mitteilt.

Begehrte Nachtflugerlaubnis

Anders sah es beim Frachtgeschäft aus: Es legte zugleich um 53,2 Prozent zu. Der Flughafen Hahn hat eine begehrte Nachtflugerlaubnis, über die bundesweit sonst nur vier andere Airports verfügen. Außerdem profitiert der Flughafen von Fracht, die vor Corona als Beiladung von Passagierflügen geflogen worden wäre.

Experten vermuteten, dass der Hahn von der Volksrepublik China womöglich auch als ein Brückenkopf ihrer Strategie "Neue Seidenstraße" zur Ausdehnung ihres internationalen wirtschaftlichen und politischen Einflusses gesehen wird.

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau vom 29.01.2021 berichtet.

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