Symbolbild: Illustration von Corona-Viren auf einer Saarlandkarte, Hintergrund: Laborsituation (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Hans erwartet vierte Corona-Welle

  26.06.2021 | 14:09 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) rechnet mit einer vierten Corona-Welle. Das Land müsse sich für den Fall vorbereiten, dass nach den Sommerferien die Infektionszahlen wieder steigen, sagte er der "Augsburger Allgemeinen".

Was die Corona-Pandemie betrifft, geht der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) nicht von einem schnellen Ende aus. "Es wäre naiv, zu glauben, dass eine vierte Welle nun nicht mehr kommt. Selbst Länder wie Großbritannien oder Israel, die einen sehr hohen Impffortschritt haben, sind noch mal in vierte Wellen hineingekommen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen".

Um einen sicheren Schulbeginn im Falle steigender Infektionszahlen zu gewährleisten, könnte es sein, dass das Saarland von seinen Schülerinnen und Schülern vor Eintritt in die Schule einen negativen Test verlangt. Das Land müsste für die erforderlichen Testkapazitäten sorgen.

Dr. Jürgen Rissland: "Wir stehen nicht auf einem wirklich dicken Eis"
Audio [SR 3, Michael Friemel, 26.06.2021, Länge: 03:59 Min.]
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Eine Rückkehr zur Maskenpflicht in den Schulen sei laut Hans ebenfalls nicht ausgeschlossen. Die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte war im Saarland erst am 17. Juni weggefallen.

Delta ab Ende August bestimmende Variante

Der Homburger Virologe Jürgen Rissland geht davon aus, dass die ansteckendere Delta-Variante sich im Laufe des Sommers auch im Saarland weiter verbreiten wird. "Die Verbreitung dieser Variante können wir eigentlich nicht wirklich aufhalten. Berechnungen der Europäischen Seuchenschutzbehörde besagen, dass in Europa die Delta-Variante schon Anfang August 70 Prozent Dominanz und Ende August schon 90 Prozent haben wird", so Rissland im Interview mit dem SR.

Vergangene Woche meldete das saarländische Gesundheitsministerium, dass sich im Saarland bisher insgesamt 30 Personen mit der Delta-Variante infiziert haben.

In der französischen Region Grand Est macht die Delta-Variante bereits 12,1 Prozent der Neuinfektionen aus, im Großherzogtum Luxemburg sind es 35 Prozent.

Saar-FDP fordert mehr Impftempo

Der stellvertretende FDP-Landesvorsitzende, Helmut Isringhaus, fordert angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante von der saarländischen Landesregierung, die Impfkampagne deutlich zu beschleunigen. "Die Delta-Variante ist eine Herausforderung im Kampf gegen die Pandemie. Wir müssen deutlich schneller und mehr impfen, um auch diese Variante in den Griff zu bekommen. Das Saarland impft immer noch deutlich zu langsam", so Isringhaus.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind derzeit 41,4 Prozent der saarländischen Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Damit schneidet das Saarland bundesweit am besten ab. Dahinter kommen Nordrhein-Westfalen mit 37,0 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 36,9 Prozent. Schlusslicht ist Brandenburg mit 32,2 Prozent.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 26.06.2021 berichtet.

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