Tobias Hans (Foto: IMAGO / Political-Moments)

Hans hält Debatte über allgemeine Impfpflicht für verfrüht

  22.11.2021 | 07:10 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Hans hält eine Debatte über eine allgemeine Impfpflicht derzeit für nicht sinnvoll. Er befürchtet, dass eine zu frühe und unausgegorene Debatte zu Protesten führen könnte. Bei den Beratungen von Bund und Ländern am Donnerstag hatten sich die Länder für die Einführung einer Impfpflicht in bestimmten Einrichtungen ausgesprochen.

Die allgemeine Impfpflicht sei nicht die Debatte, die wir jetzt brauchen, sagte Tobias Hans (CDU) am Sonntagabend in der Sendung "Anne Will". Stattdessen hält er es für wichtig, jetzt alle Kraft auf das Impfen zu konzentrieren. Die Anreize sich impfen zu lassen, seien angesichts der steigenden Infektionszahlen nie größer gewesen als jetzt.

Man habe noch nicht genug getan, um die Menschen zu überzeugen, dass die Impfung der richtige Weg sei. Wenn jetzt die politische Debatte zu früh und zu unausgegoren geführt werde, ginge die nächste Bevölkerungsgruppe auf die Straße.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sprach sich in der Sendung dafür aus, zunächst zu klären, wie eine Impfpflicht in bestimmten Einrichtungen rechtssicher umgesetzt werden kann.

Beschluss zu Teilimpfpflicht

Bund und Länder hatten sich am vergangenen Donnerstag auf schärfere Corona-Maßnahmen verständigt. Bei den Beratungen ging es unter anderem auch um eine Teilimpfpflicht für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Die Pflicht soll laut Beschluss bei Kontakt zu vulnerablen Personen bestehen. Die Länder bitten den Bund, diese Regelung schnellstmöglich umzusetzen. Zuletzt hatten sich mehrere Unionspolitiker offen für eine allgemeine Impfpflicht gezeigt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.11.2021 berichtet.

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