Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes (Foto: picture alliance/Oliver Dietze/dpa)

Hans kritisiert Überbietungswettbewerb der Länder

  20.04.2020 | 13:04 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich in der Diskussion über Lockerungen der Corona-Beschränkungen für ein einheitliches Vorgehen der Länder ausgesprochen. Ein Überbietungswettbewerb bei den Lockerungen führe zu großer Verunsicherung.

Das konsequente und entschlossene Handeln habe bisher das Schlimmste verhindert. Deshalb könne er nur davor warnen, das gemeinsame Vorgehen zu verwässern", erklärte Hans am Montag nach einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. In diesem Zusammenhang bezeichnete er auch die umstrittene Öffnung des Outlet-Centers im rheinland-pfälzischen Zweibrücken als Fehler. Diese locke viele Menschen an und konterkariere damit die Bemühungen, große Ansammlungen zu vermeiden.

"Ein Überbietungswettbewerb an Lockerungsübungen, wie er derzeit zu beobachten ist, wiegt die Menschen in falscher Sicherheit und führt zu großer Verunsicherung", so Hans. Er mahnte auch davor, dass es durch ein Abweichen von der gemeinsamen Linie zu einer Art Binnentourismus zwischen angrenzenden Bundesländern kommen könnte.

Maskenpflicht nicht ausgeschlossen

Noch sei die Gefahr nicht gebannt, deswegen müsse man weiterhin auf Sicht fahren und langsam, schrittweise und kontrolliert vorangehen. Bei weiteren Erleichterungen von Schutzmaßnahmen könne dabei auch eine Maskenpflicht helfen. Bislang gilt in zwei Bundesländern, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, eine Maskenpflicht. Ab der kommenden Woche auch in Bayern.

Die Beschränkungen dürften keinen Tag länger als unbedingt nötig gelten. "Doch je mehr wir uns jetzt zusammenreißen, desto reibungsloser werden wir den Weg zu einem Leben ohne Auflagen zurückfinden", sagte der Ministerpräsident der dpa. Bisher hätten Bund und Länder gemeinsam überlegt, entschieden und nicht überstürzt gehandelt – das solle auch für die kommenden Tage und Wochen gelten.

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