Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) wird am Rande einer Plenarsitzung des Bundesrates von einem Fernsehteam interviewt. (Foto: picture alliance/dpa/Bernd von Jutrczenka)

Hans für Lockdown-Verlängerung

  09.02.2021 | 16:26 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich für eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios die Infektionszahlen noch mindestens zwei Wochen lang drücken.

Am Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten darüber beraten, wie es in der Pandemie-Bekämpfung weitergehen soll. Die gegenwärtigen Regelungen, darunter die weitgehende Schließung von Schulen und Kindertagesstätten, sind bis Sonntag befristet. Auch der Handel, der Dienstleistungssektor, Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen sind bis auf wenige Ausnahmen seit Mitte Dezember geschlossen.

Hans: Öffnung jetzt wäre ein Fehler

„Es ist noch zu früh, um den Lockdown zu beenden“, sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der „Rheinischen Post“. „Wir müssen dringend noch weiter runter mit den Neuinfektionen, um auch gegen die gefährlichen Virus-Mutanten gewappnet zu sein.“ Es wäre „ein Fehler, jetzt einfach wieder zu öffnen, nur weil ein bestimmtes Datum erreicht ist“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte – wie mehrere Quellen dem ARD-Hauptstadtstudio bestätigen – im CDU-Präsidium durchblicken lassen, dass sie stark dafür ist, die Infektionszahlen noch zwei Wochen lang zu drücken, dass gleichzeitig aber die Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch einen Perspektivplan für Schulen und Kitas hervorbringen könnten.

Inzidenz im Saarland deutlich höher

Das Robert Koch-Institut gab am Dienstagmorgen einen bundesweiten Inzidenzwert von 72,8 an, schränkte dann aber später ein, dass rund 600 Fälle aus Nordrhein-Westfalen fehlten. Der angegebene Wert sei daher um 0,8 zu niedrig, liege aber unter 75. Im Saarland lag der Inzidenzwert am Montagabend bei 113,6.

Eine Inzidenz von unter 50 wird angestrebt, um Infektionsketten nachverfolgen zu können. Ob unter diesem Wert mehr Kontakte zwischen den Menschen und Lockerungen im öffentlichen Leben ermöglicht werden sollen, ist insbesondere angesichts der besonders ansteckenden Virusmutationen jedoch strittig.

Saar-FDP für stufenweise Öffnung

Trotzdem fordert die Saar-FDP Ministerpräsident Hans auf, umgehend ein Konzept für eine stufenweise Öffnung vorzulegen. "Es ist nicht verhältnismäßig, ganz Deutschland wegen den schlechten Zahlen im Saarland und wenigen anderen Ländern weiterhin im kompletten Stillstand zu halten. Mit einer simplen Verlängerung des Lockdowns werden die sozialen, wirtschaftlichen und psychologischen Folgen völlig ausgeblendet", kritisierte der FDP-Landesvorsitzende Oliver Luksic.

Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hatte sich am Montag bereits für eine Öffnungsperspektive für Schulen und Handel ausgesprochen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.02.2021 berichtet.

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