Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes, in seinem Büro. (Foto: picture alliance/Oliver Dietze/dpa)

Hans sieht CDU in "handfester Krise"

mit Informationen der dpa   28.05.2019 | 12:59 Uhr

Nach den herben Verlusten bei der Europawahl sorgt sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans um die Zukunft der CDU als Volkspartei. Gerade bei jungen Leuten sei die Partei im Hintertreffen. Darum müsse sich die Partei konsequent erneuern, so Hans im Gespräch mit der "Rheinischen Post".

Wörtlich sagte Hans: "Wir stecken als Volkspartei in einer handfesten Krise. Der Prozess der Kernschmelze, in den die Volksparteien europaweit geraten sind, hat Deutschland erfasst. Auch die CDU ist davon betroffen." Er sieht seine Partei insbesondere bei Klima- und Digitalthemen im Hintertreffen.

CDU "verkrampft"

Mit Blick auf die Abwanderung junger Wähler sagte Hans: "Wir müssen die jungen Menschen dort abholen, wo sie stehen. In den vergangenen Jahren sind wir dem Trugschluss aufgesessen, dass Jugendliche mit fortschreitendem Alter von alleine zu den Volksparteien kommen." Das sei fatal. "Wir müssen junge Menschen ernst nehmen. Dass wir mit einem elfseitigen PDF-Dokument auf Kritik aus dem Netz reagiert haben, ist ein Beispiel dafür, wie verkrampft wir vorgehen."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.05.20219 berichtet.

Artikel mit anderen teilen