Tobias Hans im Gespräch mit Horst Seehofer (Foto: Imago/Metodi Popow)

Hans legt Seehofer Rücktritt nahe

  30.10.2018 | 14:58 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat CSU-Chef Horst Seehofer aufgefordert, es Kanzlerin Angela Merkel gleich zu tun und seinen Rückzug vom Parteivorsitz zu erklären. In der CSU kommt das erwartungsgemäß nicht sonderlich gut an.

Merkel habe ein Beispiel gegeben, "wie man nach einem schlechten Wahlergebnis Verantwortung übernimmt", sagte Hans der "Welt". "Angela Merkel hat es geschafft, einen selbstbestimmten Abgang als Parteivorsitzende zu gehen, das wünsche ich auch dem Kollegen Horst Seehofer."

Mit seiner Forderung steht der saarländische Regierungschef nicht alleine da. Deutlich schärfere Worte wählte der Vorsitzende der Gruppe hessischer CDU-Bundestagsabgeordneter, Michael Brand. "Das Desaster der Union in Bayern und in Hessen hat vor allem eine Ursache - und die heißt Horst Seehofer", sagte Brand dem Hessischen Rundfunk.

CSU droht mit Gegenreaktionen

Diese Forderungen aus der CDU kommen in der Schwesterpartei CSU schlecht an. Er könne den CDU-Kollegen "nur den dringenden Rat geben, sich aus diesen Fragen herauszuhalten", warnte der CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich im Deutschlandfunk. "Es könnte sonst sein, dass Gegenreaktionen entstehen, die am Ende nicht zum gewünschten Ziel führen, nämlich CDU und CSU wieder etwas harmonischer zusammenarbeiten zu lassen."

Seehofer selbst lässt seine Zukunft noch offen und verweist auf die Regierungsbildung in Bayern, die spätestens am 12. November mit der Wiederwahl von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) abgeschlossen sein soll. Danach werde es "sehr schnell eine Debatte und von mir auch eine Entscheidung geben, wie es inhaltlich, strategisch und personell mit der CSU in Bayern weitergehen wird", kündigte Seehofer im Bayerischen Rundfunk an. Dies solle "zeitnah" passieren.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 30.10.2018 berichtet.

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