Tobias Hans (Foto: Imago/Political-Moments)

Hans lehnt erneute Bundesnotbremse ab

  12.07.2021 | 14:03 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans lehnt eine weitere Bundesnotbremse ab, sollte der Inzidenzwert erneut den kritischen Wert von 100 erreichen. Zudem sprach sich Hans für mehr Angebote für Corona-Schutzimpfungen aus.

Er würde es für falsch halten, eine Regelung wie die Bundesnotbremse ab einer Inzidenz von 100 nochmals "zu zünden", sagte der saarländische Regierungschef Tobias Hans (CDU) am Montagmorgen im ZDF. Er sehe auch nicht, dass das komme.

Hans betonte erneut, dass neben dem Inzidenzwert andere Faktoren bei der Beurteilung der Corona-Pandemie hinzugezogen werden müssten, wie zum Beispiel die Belastung des Gesundheitswesens und die Belegung der Intensivstationen. "All das muss eine Rolle spielen."

Die Bundesregierung will eine möglicherweise drohende Rückkehr zur Bundesnotbremse bei steigenden Infektionszahlen laut Regierungssprecher Steffen Seibert nicht mehr automatisch an einen Wert der Sieben-Tage-Inzidenz knüpfen. Man werde dies in Abhängigkeit der Fallzahlen, der Fortschritte beim Impfen und der wissenschaftlichen Einschätzung entscheiden.

"Sozialen Druck erhöhen"

Ministerpräsident Hans drängte noch einmal darauf, den Impffortschritt voranzutreiben und zum Beispiel die niedrigschwelligen Angebote für Corona-Schutzimpfungen zu erhöhen. Bislang seien die Menschen in Praxen und Impfzentren gegangen, um sich impfen zu lassen. „Jetzt müssen wir zu den Menschen kommen, die noch nicht geimpft sind“, sagte der CDU-Politiker.

Unter anderem schlug Hans vor, dass Eltern morgens in Grundschulen und Kindertagesstätten ein Impfangebot bekommen. Er sprach davon, „ein bisschen den sozialen Druck zu erhöhen“, um Herdenimmunität zu erreichen. Zudem wiederholte er seinen Vorschlag, Anreize wie eine Lotterie zu ermöglichen, um die Menschen von einer Impfung zu überzeugen.

Zuvor hatte Hans bereits erklärt, er wolle in der Corona-Pandemie für das kommende Schuljahr verstärkt auf Impfungen und Tests setzen. Dafür sollen alle Lehrerinnen und Lehrer aber auch die Eltern geimpft werden. Bundesweit fordern weitere Politiker, junge Menschen besser zu schützen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.07.2021 berichtet.

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